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So gelingt die Materialwirtschaft mit dem ERP-System

Was ERP-Systeme in Sachen Materialwirtschaft in der diskreten Fertigung leisten müssen, erfahren Sie bei uns.

Die diskrete Fertigung stellt einen immens wichtigen Absatzzweig der europäischen Wirtschaft dar. Allein in Deutschland generieren Automobil- und Maschinenbaubranche – die beiden absatzstärksten Branchen – kollektiv eines Jahresumsatz von über 650 Mrd. € (vgl. ig.com).

Aus wirtschaftlicher Sicht zählt die diskrete Fertigung – und somit auch die Automobil- und Maschinenbaubranche -  zum sogenannten sekundären oder industriellen Sektor. 

Die Materialwirtschaft ist ein wichtiger Aufgabenbereich aller Unternehmen der diskreten Fertigung. Aus diesem Grund wollen wir uns an dieser Stelle einmal näher mit Prozessen der Materialwirtschaft beschäftigen und herausstellen, wie ein geeignetes, branchenspezifisches ERP-System diese optimieren kann. 

Inhaltsverzeichnis

Materialwirtschaft in der diskreten Fertigung

Die Materialwirtschaft ist ein äußert umfangreiches Aufgabengebiet, welchem sich jeder Produktionsbetrieb stellen muss – denn ohne Material wird die Produktion unmöglich. 

So ist sie auch ein wichtiger Teil der strategischen Planung und Ausführung in Unternehmen, welche sich auf die diskrete Fertigung spezialisiert haben – und dementsprechend ein überaus relevantes Modul der ERP Software dieser Unternehmen.

Doch was genau versteht man unter dem Begriff Materialwirtschaft bzw. wie wird dieser definiert? 

Materialwirtschaft: Eine Definition

Die Materialwirtschaft umfasst die Aufgabe, die Produktion mit dort benötigtem Material zu versorgen. So zählen alle materialbezogenen Funktionen wie die der Steuerung des Materialflusses durch die Fertigung bis hin zur Auslieferung der Fertigerzeugnisse zu den Aufgabenbereichen der Materialwirtschaft. 

Integrierte, erweitert integrierte oder total integrierte Materialwirtschaft

von den unternehmensstrategischen Bestandteilen, welche als Teil der Materialwirtschaft betrachtet werden, handelt es sich entweder um integrierte, erweiterte integrierte oder total integrierte Materialwirtschaft. 

So bezieht sich die integrierte Materialwirtschaft lediglich auf Prozesse der Beschaffung, Logistik (Lagerung sowie Transport innerhalb des Betriebes) und Produktion (Ermittlung des Verbrauches sowie Entsorgung und Recycling). 

In der erweiterten integrierten Materialwirtschaft wird um einen weiteren Produktionsaspekt erweitert: den der Fertigungsprogrammplanung bzw. Fertigungssteuerung. 

Kommt ein weiterer logistischer Aspekt – nämlich der der Distribution (also ein logistischer Aspekt der sich vor allem mit Prozessen außerhalb des Unternehmens befasst) hinzu, spricht man von einer total integrierten Materialwirtschaft. 

Unterschied zwischen Materialwirtschaft und Warenwirtschaft (h3)

Wichtig ist zudem die Differenzierung zwischen Materialwirtschaft und Warenwirtschaft. Zwar werden die beiden Begriffe oftmals Synonym verwendet, jedoch beziehen sie sich auf unterschiedliche Arten von Unternehmen. 

Im Handel spricht man von Warenwirtschaft, während sich die Materialwirtschaft ausschließlich auf produzierende Unternehmen – wie die der diskreten Produktion – bezieht. 

Ziele der Materialwirtschaft

Es wird deutlich, dass die Materialwirtschaft mit Erweiterung ihrer Definition an Komplexität gewinnt. Unabhängig davon, mit welcher Definition man arbeitet, muss sich ein auf die disktrete Fertigung spezialisiertes Unternehmen in jedem Fall aller Thematiken der total integrierten Materialwirtschaft annehmen – und deren Prozesse entsprechend auch im ERP-System abbilden können. 

Dabei verfolgt die Materialwirtschaft stets zwei Ziele: Das Sachziel der materiellen Liquidität und das Formalziel der Kosteneffizienz. 

1: Sachziel der Materialwirtschaft 

Das grundsätzliche, generelle Sachziel der Materialwirtschaft besteht darin, eine materielle Liquidität für das jeweilige in der diskreten Fertigung tätige Unternehmen zu gewährleisten. Das bedeutet, dass benötigte Güter zum benötigten Zeitpunkt bereitstehen müssen. 

Eine vollständige materielle Liquidität ist jedoch erst gegeben, wenn sich das Material auch in der richtigen Qualität und Menge inklusive der richtigen Informationen am richtigen Ort befindet. Informationen beziehen sich in diesem konkreten Fall beispielsweise auf eventuell benötigte Zolldokumente, welche Herkunft und Präferenzstatus der Ware enthalten. 

2: Formalziel der Materialwirtschaft

Das Formalziel ist auch im Bereich der Materialwirtschaft wie in vielen anderen unternehmensstrategischen Bereichen ein ökonomisches. Hier gilt es, wie auch im kollektiven Bereich des Supply Chain Managements, stets das trade-off zwischen potenziellen Kosten und dem Service bzw. dem Mehrwert für den Kunden abzuwägen. 

Ziel ist es, ein möglichst hohes Servicelevel bei möglichst geringen Kosten zu erreichen. So ist es beispielsweise in Bezug auf einen besseren Kundenservice ratsam, stets ausreichend Material im Lager vorrätig zu haben, um dessen Aufträge auch im Fall eines Versagen des eigenen Lieferanten fristgerecht ausführen zu können. 

Material, welches jedoch ausschließlich im Lager liegt und auf Weiterverarbeitung oder Verkauf wartet, ist gebundenes Kapital, welches das Unternehmen nicht nutzen kann.

Opportunitätskosten: Kosten vs. Kundenservice

Aus finanzieller Sicht sind die Opportunitätskosten eines möglichst hohen Kundenservices also jene Kosten die durch die Lagerung zusätzlichen Materials entstehen bzw. der Verlust des zusätzlichen Gewinnes, der hätte verzeichnet werden können, wäre das Kapital nicht gebunden gewesen.

So geht es in der Materialwirtschaft der diskreten Produktion stets darum, die Kapitalbindung – also die Lagerbestände – soweit wie möglich zu reduzieren, ohne nennenswerte Abstriche im Kundenservice verzeichnen zu müssen. 

Ein geeignetes ERP-System für die diskrete Fertigung erleichtert im Bereich der Materialwirtschaft die Erfüllung dieser Ziele. 

Das Materialwirtschafts-Modul im ERP für die diskrete Fertigung

Je nachdem, inwieweit das Thema Materialwirtschaft eingegrenzt – also beispielsweise auf die integrierte Materialwirtschaft beschränkt wird, können im ERP-System mehrere Module dieses Bereiches enthalten sein. 

Unabhängig von der detaillierten Struktur des Systems sind jedoch bestimmte Komponenten stets ein wichtiger Bestandteil des ERP-Systems, um materialwirtschaftliche Prozesse abbilden zu können.

Überwachung der Lagerbestände

Zur Erfüllung des grundsätzlichen Sachzieles der Materialwirtschaft – der materiellen Liquidität – ist es zudem entscheidend, dass das ERP-System über eine Funktion zur internen Bestandsführung bzw. zur stetigen Kontrolle der Lagerbestände verfügt. 

Haben Lagermitarbeiter die Möglichkeit, Änderungen im Wareneingang bzw. Warenausgang direkt im System zu verbuchen, erscheinen diese Änderungen im Idealfall in Echtzeit im Bestandsbereich auf der Systemoberfläche. 

Datenübermittlung in Echtzeit

Diese Informationen sind beispielsweise für die Produktion von enormer Relevanz. Durch die Übermittlung in Echtzeit können dementsprechend schnell entsprechende Arbeitsschritte eingeleitet werden. Im Idealfall ist zudem direkt ersichtlich, wo sich welches Material im Lager befindet. 

Automatisierungen im ERP-System

Viele ERP-Systeme verfügen zudem über die Funktion einer automatischen Nachbestellung. So wird die manuelle Nachbestellung beim Lieferanten hinfällig. Wird ein bestimmter Lagerbestand eines bestimmtes Materials unterschritten, sendet das System eine automatische Nachbestellung an den jeweiligen Lieferanten. 

Dies spart nicht nur Arbeitszeit, sondern wirkt auch potenziellen Materialengpässen entgegen, die entstehen können, wenn die manuelle Nachbestellung schlichtweg vergessen wird. 

Das ERP-System als Analysetool

Zudem unterstützen ERP-Systeme bei diversen Kalkulationen der Materialwirtschaft. Mengenprognosen können auf Basis diverser vergangener Werte errechnet werden. Diese liefern den Unternehmen wertvolle Erkenntnisse für die strategische Beschaffung. 

Fazit: Prozesse der Materialwirtschaft im ERP-System

Dies sind lediglich einige Funktionen, mit denen moderne ERP-Systeme die Materialwirtschaft in der diskreten Fertigung erleichtern.

Ein ganzheitlich integriertes ERP-System kann Unternehmen der diskreten Fertigung dabei helfen, sämtliche Ziele der Materialwirtschaft durch eine generelle Effizienzsteigerung zu erreichen. 

Innerhalb des ERP-Systems geschieht dies beispielsweise durch die Automatisierung von Bestellvorgängen, welche Mitarbeiter im operativen Tagesgeschäft unterstützen. 

Doch auch auf strategischer Ebene unterstützen moderne ERP-Systeme Fertigungsunternehmen, indem sie als leistungsstarke Analysetools agieren. 

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