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Der Stellenwert von EDI für die Logistik

Logistik-Prozesse lassen sich durch EDI maßgeblich optimieren. Welche Rolle das ERP-System dabei spielt, erfahren Sie hier.

Unternehmen aus dem Bereich der diskreten Fertigung sehen sich aktuell mit diversen Herausforderungen konfrontiert. 

Globalisierung und Konkurrenzdruck

Zum einen besteht auch im Zuge der Globalisierung zunehmend Konkurrenz von außerhalb. Da Produktionskosten außerhalb der Europäischen Union üblicherweise wesentlich geringer sind als es eine Produktion vor Ort wäre, wird zunehmend gerne importiert. 

Auch Kundenerwartungen steigen

Auch steigen Anforderungen im Bereich der Logistik, da Kunden im Zuge der globalen Vernetzung die Möglichkeit haben, Waren von diversen Anbietern zu beziehen. Ist man als Unternehmen in der diskreten Fertigung in der Lage, logistische Prozesse effizienter abzuwickeln als die Konkurrenz, kann einem dies durchaus einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. 

Zum anderen gilt es, in Zeiten, in der die Digitalisierung stetig voranschreitet, nicht den Anschluss zu verlieren. Doch sowohl Globalisierung als auch Digitalisierung können auch als Chancen genutzt werden – sofern man sie richtig einzusetzen weiß. 

Die Rolle des elektronischen Datenaustauschs

Im Folgenden soll sich daher vor allem mit dem Konzept des elektronischen Datenaustausches befasst werden, welcher eine effizientere Kommunikation in Zeiten der globalen Vernetzung ermöglicht. Daraus hervor gehen des Weiteren diverse Vorteile im logistischen Bereich. 

Inhaltsverzeichnis

EDI: Eine Definition

Elektronischer Datenaustausch - kurz EDI, aus dem Englischen für electronic data interchange - ist grundsätzlich gesprochen kein neues Konzept. Jedoch gewinnt es im Kontext von Konzepten wie Industrie 4.0 erneut an Relevanz. 

EDI bezieht sich auf den Austausch unternehmensrelevanter Dokumente und Daten zwischen zwei oder mehr Geschäftspartnern. Die Informationen werden in Form von strukturierten Daten übermittelt, sodass es keiner manuellen Eingriffe bedarf. Bei den ausgetauschten Daten und Dokumenten kann es sich beispielsweise um Rechnungen, Bestellungen oder Lieferscheine handeln. 

Automatisierung der EDI Software

Die Hinfälligkeit manueller Eingriffe im Rahmen des EDI stellt einen entscheidenden Vorteil dar. EDI erleichtert die Übertragung und Kommunikation von Daten insofern, als dass diese zunehmend automatisiert wird.

Dies spart nicht nur Zeit, sondern gewährleistet im Idealfall auch eine Datenübertragung in Echtzeit. So können ganze Geschäftsprozesse schneller abgewickelt werden und die Transparenz innerhalb der Lieferkette wird ausgeweitet. 

Transparenz in der Logistik durch EDI

Beweise für die Relevanz einer transparenten Lieferkette für Unternehmen finden sich sowohl in der Praxis als auch in der Literatur. Amir Harel, General Manager of Visibility Solutions beim britischen Unternehmen Zetes, erläutert den Hintergrund auf der Internetpräsenz des Unternehmens wie folgt:


„Ziel der Transparenz ist letztendlich, die Kontrolle zu verbessern und Leistungspotenziale freizusetzen.“  - Amir Harel, zetes.com. 

Im Zuge der Globalisierung erstrecken sich auch Lieferketten weit über die Grenzen des eigenen Landes hinaus. So sind moderne Lieferketten oftmals hoch komplex und bestehen aus diversen Geschäftspartnern unterschiedlicher Nationen. Der Stellenwert einer entsprechenden Kommunikations- bzw. Informationstransparenz scheint hier ersichtlich. 

Kommt es beispielsweise zu Engpässe bei einem Lieferanten, hat der Kunde gegebenenfalls die Möglichkeit, Ware von einem anderen Lieferanten zu beziehen, sofern er rechtzeitig darüber informiert wurde. 

Transparenz als Notwendigkeit

Dies soll jedoch keineswegs bedeuten, dass eine höhere Transparenz in der Lieferkette eines Unternehmens der disktreten Fertigung zwar etwas grundsätzlich erstrebenswertes, jedoch nicht zwingend notwendig ist.

Mangelt es ganz und gar an Transparenz, können potenziell folgeschwere Probleme wie der sogenannte Peitscheneffekt auftreten. 

Mit transparenter Kommunikation den Peitscheneffekt bekämpfen

Hierbei handelt es sich um das Phänomen aus dem Bereich des Supply Chain Managements, dass es zu zunehmend großen Nachfrageschwankungen entlang einer mehrstufigen Lieferkette kommt. Diese haben entsprechend große Bestandsschwankungen zu Folge, die zunehmen, je weiter entlang der Lieferkette man sieht. 

Den ursprünglichen Anreiz gibt eine Veränderung in der Nachfrage des Endkunden. Im Englischen auch als Bullwhip Effect bezeichnet resultiert dieses Phänomen meist aus Kommunikationsproblemen zwischen den einzelnen Gliedern der Lieferkette und findet sich daher besonders häufig in fragmentierten Lieferketten.  

Folgeschwere Konsequenzen des Bullwhip Effect

Je nachdem wie ausgeprägt der Peitscheneffekt ist, können die Folgen teils erheblich sein. Denn Ware, die nicht vom Kunden abgenommen wird, liegt im Lager. Somit ist im Zweifelsfall eine große Menge Kapital in nicht benötigter Ware gebunden. Hinzu kommen zusätzliche Lagerkosten. 

Zwar sind die Folgen des Peitscheneffekts in der Lebensmittelbranche oftmals noch gravierender, da Lagerbestände ab einem gewissen Zeitpunkt unbrauchbar werden und verschrottet werden müssen – dies kann jedoch auch durchaus im Bereich der diskreten Fertigung vorkommen, wenn es sich beispielsweise um Teile für auslaufende Produkte handelt.  

EDI Software als essenzielles Tool

Es wird zunehmend deutlich, wie wichtig EDI Software für ein Unternehmen bzw. eine möglichst effiziente Logistik ist. Aus diesem Grund ist EDI Software als essentielles Tool in vielen Fällen bereits in das ERP-System integriert oder eine spätere Anbindung über ein entsprechendes Add-On ist gewährleistet. 

EDI und ERP

Das Zusammenspiel von EDI und ERP bietet sich schlichtweg an. Während im ERP alle unternehmensinternen Daten gespeichert und Prozesse abgewickelt werden, befasst sich EDI Software damit, diese Daten zu kommunizieren – entweder zwischen einzelnen Geschäftsbereichen oder unternehmensübergreifend. 

Prozesse können auch unternehmensübergreifend abgewickelt werden

Werden unternehmensübergreifende Prozesse mittels eines ERP Systems abgewickelt, bezeichnet man es im Übrigen auch als ERP II System. Damit jedoch ein reibungsloser Austausch gewährleistet wird, muss eine gewisse unternehmensübergreifende Standardisierung vorhanden sein. 

Standardisierung im EDI

Einheitliche, internationale Standards zur elektronischen Datenübertragung sind tatsächlich bereits seit einiger Zeit Gang und Gäbe. Dabei dürfte den meisten vermutlich der sogenannte EDIFACT-Standard ein Begriff sein. 

Der EDIFACT-Standard

Bei EDIFACT handelt es sich um den Standard der Vereinten Nationen. Das Akronym steht für Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport, oder zu Deutsch: Elektronischer Datenaustausch für Verwaltung, Handel und Transport. 


In der heutigen Zeit ist dieser Standard, neben einigen anderen, Grundlage für einen Informationsaustausch, der über Branchen und Länder hinaus geht. Um diesen zu ermöglichen, wird jede EDIFACT-Nachricht mit einem einheitlichen, sechsstelligen Kürzel benannt. 

Intuitive Abkürzungen

Viele dieser Kürzel erschließen sich aus der Art der Nachricht selbst. So ist beispielsweise „CUSDEC“ der Kürzel für customs decleration – zu Deutsch Zollerklärung. „DELFOR“ steht für delivery forecast – zu Deutsch Lieferabruf.  

Standardisierung unverzichtbar

Neben EDIFACT gibt es noch einige weitere gängige Standards. Wichtig ist, dass Unternehmen, welche Teile einer Lieferkette bilden, einen einheitlichen Standard zur Datenübertragung verwenden. Nur so kann EDI effizient genutzt werden. 

Fazit: Bessere Logistik durch EDI

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Electronic Data Interchange einen besonderen Stellenwert im Bereich der diskreten Fertigung hat.  

Beteiligen sich sämtliche Mitglieder der Lieferkette an einem ganzheitlichen Informationsaustausch in Echtzeit, können potenzielle Probleme schnell erkannt und behoben werden. 

Ist ein Informationsaustausch nur mäßig bzw. ohne ausreichende Transparenz gewährleistet, kann dies im Ernstfall gravierende Folgen für die Logistik bzw. die Profitabilität der beteiligten Unternehmen haben. 

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