13 Kriterien an ein ERP-System für die diskrete Fertigung

Die diskrete Fertigung ist eine wettbewerbsstarke Branche. Wie ERP-Systeme Unternehmen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen, lesen Sie hier.

Das produzierende Gewerbe ist für die europäische Wirtschaft von besonderem Wert. In Deutschland wird die Liste der umsatzstärksten Branchen von zwei Branchen aus der diskreten Fertigung angeführt:

Der Automobilbranche mit einem jährlichen Umsatz von 426 Mrd. €, direkt gefolgt von der Maschinenbaubranche mit einem Umsatz von 226 Mrd. € (vgl. ig.com). Beide Branchen gehören der diskreten Fertigung an.

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Was ist die diskrete Fertigung?

Bei der diskreten Fertigung handelt es sich um das Gegenteil der prozessorientierten Fertigung. Es handelt sich also nicht um verfahrenstechnische Vorgänge und chemische Reaktionen, sondern um einzelne Fertigungs- und Montageprozesse.

Unternehmen dieser Art finden sich also beispielsweise in der Automobilbranche, der Industrie oder dem Maschinen- und Anlagenbau.

Serien-, Einzel- und Variantenfertigung

Innerhalb der diskreten Fertigung differenziert man zwischen drei verschiedenen Arten:

  • Der Einzelfertigung
  • Der Serienfertigung und
  • Der Variantenfertigung

Die Einzelfertigung: Individualität und ein hoher Ressourcenaufwand

Die Einzelfertigung geht meist mit einem enormen Ressourcenaufwand einher, denn in der Einzelfertigung ist jedes gefertigte Teil ein Unikat. Unternehmen dieses Fertigungsbereichs fertigen unter anderem Produkte auf individuellen Kundenwunsch.

Dementsprechend viel Zeit kann von der Planung über die Entwicklung bis hin zum fertigen Produkt ins Land gehen. Dies bedeutet wiederum auch, dass Aufträge entsprechend vorfinanziert werden müssen, bevor sie Ertrag bringen.

Die Serienfertigung: Autos & Co.

Die Serienfertigung wiederum beschäftigt sich, wie der Name bereits suggeriert, mit der vielfachen Produktion ein und des selben Produktes. Dieses standardisierte Produkt wird also „in Serie“ gefertigt, wie beispielsweise Autos oder Standardmaschinen. Durch die Standardisierung wird auch der Ressourcenaufwand für die Fertigung eines einzelnen Produktes entsprechend reduziert.

Die Variantenfertigung: Teilindividualisierungen und Module

In der Variantenfertigung handelt es sich um Produkte mit einer gewissen Teilindividualisierung. Diese Produkte stellen nach ihrer Fertigung beispielsweise Teile eines ganzes Moduls dar. Ein Beispiel dafür sind dementsprechend Küchen oder auch Ventile.

Diskrete Fertigung: Aktuelle Herausforderungen der Branche

Es wird deutlich, dass sich hinter dem Oberbegriff der diskreten Fertigung in Wirklichkeit eine Vielzahl hochgradig unterschiedlich operierender Unternehmen verbirgt.

Dementsprechend individuell sind auch die Anforderungen, die die einzelnen Unternehmen dieses Bereiches an ein ERP System haben. Ein adäquates ERP System sollte in der Lage sein, alle bestehenden Geschäftsprozesse ganzheitlich abzubilden - ohne dass diese an das System angepasst werden müssen.

Wachsende Kundenerwartungen

Zudem hat das europäische Produktionsgewerbe zunehmend damit zu kämpfen, dass in vielen Fällen eine Fertigung außerhalb der Europäischen Union aus finanziellen Gründen attraktiver ist. Kunden wollen hochwertige, teils individuelle Produkte zu möglichst geringen Preisen. Um dies bewältigen zu können, versuchen Unternehmen verständlicherweise an jeder Stelle Kosten einzusparen.

Innovate or die: Der Innovationsdruck steigt

Hinzu kommt der immense Innovationsdruck, dem Unternehmen aus dem Bereich der diskreten Fertigung ausgesetzt sind. „Innovate or die“ – ein Konzept, welches vielen mittlerweile vertraut sein dürfte. In Zeiten der digitalen Transformation stehen Unternehmen unter enormem Druck, sich selbst und ihre Produkte stets neu zu erfinden.

Dabei geht es im eigentlichen Sinne nicht darum, das Rad neu zu erfinden - sondern bestehende Produkte mittels digitaler Technik mit einem entscheidenden Mehrwert zu versehen. Sträuben sich Unternehmen gegen diesen digitalen Fortschritt, laufen sie Gefahr den Anschluss und somit auch ihre Position innerhalb des Marktes zu verlieren.

13 Kriterien an ein ERP-System für die diskrete Fertigung

ERP-Systeme verfügen standardisiert meist über grundlegende Funktionen im Bereich der Warenwirtschaft oder Lagerverwaltung. Im Bereich der diskreten Fertigung ergeben sich jedoch branchenspezifische Anforderungen an eine geeignete ERP-Lösung. Welche das genau sind, wird im Folgenden aufgeführt.

1 - Produktionsplanung und -steuerung im ERP

Die Produktionsplanung und -steuerung – kurz PPS – ist ein wichtiger Bestandteil jedes ERP-Systems für die diskrete Fertigung. Innerhalb des PPS-Moduls wird die

  • Operative
  • Zeitliche
  • Quantitative und
  • Räumliche

Planung, Steuerung und Überwachung des gesamten Produktionsprozesses abgewickelt. Qualitative Prozesse werden meist mit einem separaten Qualitätsmanagement – kurz QM – Modul dargestellt.

Bestandteile des PPS-Moduls im ERP

Wie sich aus dem Namen bereits erschließen lässt besteht PPS aus zwei wesentlichen Komponenten: Der Produktionsplanung und der Produktionssteuerung. Die Produktionsplanung lässt sich weiterhin in Produktionsprogrammplanung und Produktionsprozessplanung unterteilen.

Die Produktionsprogrammplanung befasst sich mit der kurz- mittel- und langfristigen Planung, während es in der Produktionsprozessplanung hauptsächlich um Ablauf und Durchführung des Produktionsprozesses geht.

Eine effiziente PPS bringt viele Vorteile mit sich. Liefertermine können zuverlässiger geplant und eingehalten werden, welches wiederum einen positiven Einfluss auf Kundenbeziehungen hat.

2 – APS im ERP-System für die diskrete Fertigung

APS ist die Abkürzung für Advanced Planning and Scheduling. APS-Systeme oder Module spielen eine wichtige Rolle in produzierenden Unternehmen jeglicher Art und haben somit auch einen hohen Stellenwert in der diskreten Fertigung.

APS schafft Transparenz in der Lieferkette

Während sich PPS mit der Produktion befasst, geht es im APS vielmehr um die Planung und Steuerung der Lieferkette. Produzierende Unternehmen verfügen meist über eine Vielzahl an Lieferanten und Kunden und sind somit Bestandteil einer oft komplexen, internationalen Lieferkette.

APS erfüllt dabei die Funktion, entsprechende Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg zu schaffen. Somit spielt APS-Software eine große Rolle im Bereich des Supply Chain Managements (SCM).

Mittels APS im ERP-System können Unternehmen der diskreten Fertigung beispielsweise ermitteln, ob ein Kundenauftrag über den Lagerbestand erfüllt werden kann oder ob ein Produktionsauftrag erstellt werden muss.

3 - Materialwirtschaft in der diskreten Fertigung

Auch die Materialwirtschaft ist für alle produzierenden Unternehmen von Relevanz. In Bezug auf Handelsunternehmen ist meist von Warenwirtschaft die Rede.

Die Waren- und Materialwirtschaft standen im Zentrum der ersten ERP-Systeme und haben auch heute noch einen entsprechenden Stellenwert. Moderne ERP-Systeme verfügen über diverse Funktionen, die Prozesse der Materialwirtschaft erleichtern und optimieren.

So ist beispielsweise eine automatisierte Nachbestellung bei Unterschreitung eines vordefinierten Schwellenwertes Teil vieler Standard-Lösungen. Bestände lassen sich in vielen Fällen in Echtzeit überwachen. Somit werden Änderungen im Wareneingang oder Warenausgang unmittelbar und abteilungsübergreifend für alle zuständigen Mitarbeiter sichtbar.

Materialwirtschafts- oder Materialmanagement-Module sind somit essenzieller Bestandteil eines ERP-Systems für die diskrete Fertigung.

4 - Business Intelligence und Analysen mit modernen ERP-Systemen

Business Intelligence wird im Deutschen Sprachgebrauch oft auch als Geschäftsanalytik bezeichnet. Im Wesentlich bezeichnet BI sämtliche Prozesse und Verfahren zur strategischen Analyse des eigenen Unternehmens, des Marktes oder auch der Konkurrenz.

Durch softwaregestützte BI-Tools können Unternehmen so beispielsweise Einsparungspotenziale gezielt identifizieren und entsprechend umsetzen. Durch moderne Methoden wie

  • Text-Mining
  • Data-Mining
  • Web-Mining oder
  • OLAP

Werden entsprechende ERP-gestützte Analyse-Tools immer leistungsstärken. So können Unternehmen wertvolle Insights gewinnen und zu ihrem Vorteil einsetzen.

Wettbewerbsvorteil durch BI

Business Intelligence ist besonders in Zeiten der Digitalisierung und Big Data unerlässlich, um sich langfristig einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Besonders in wettbewerbsstarken Branchen wie der diskreten Fertigung empfiehlt sich daher die Nutzung eines ERP-Systems mit entsprechenden Business Intelligence Funktionen.

5 - Prozessmanagement in der diskreten Fertigung

Die Aufgabe des Prozessmanagements ist es, Geschäftsabläufe zielorientiert zu gestalten, zu steuern und zu optimieren. In der diskreten Fertigung stehen vor allem Fertigungsprozesse im Mittelpunkt eines entsprechenden Moduls.

Mit Entwicklungen wie Industrie 4.0 hat das Prozessmanagement erneut an Relevanz gewonnen. Innerhalb des ERP-Systems bieten geeignete Module zahlreiche Funktionen, mittels derer sich das Prozessmanagement effizient gestalten lässt.

Grafische Oberfläche und gezielte Auswertungen

Häufig bietet geeignete Software eine grafische Oberfläche, die die Modellierung des Prozesses erleichtert und anschaulich darstellt. Unterschiedliche Prozessmöglichkeiten lassen sich im System auswerten und miteinander vergleichen.

So können unternehmensrelevante Geschäftsprozesse möglichst effizient gestaltet werden. Unternehmen der diskreten Fertigung können mithilfe eines Prozessmanagement-Moduls somit langfristig profitabler operieren.

6 – Die Rolle von EDI in der Logistik

EDI ist die Abkürzung für electronic data interchange. Damit ist der elektronische Austausch unternehmensrelevanter Daten gemeint, der sich über entsprechende ERP-Systeme realisieren lässt.

Ähnlich wie APS-Software trägt EDI maßgeblich zur Transparenz innerhalb der gesamten Lieferkette bei. Aus diesem Grund spielt EDI besonders im Bereich Logistik eine große Rolle, da Informationen zwischen voneinander unabhängigen Unternehmen kommuniziert werden müssen.

Internationale EDI Standards

Aus diesem Grund kommen im EDI einheitliche, internationale Standards für einen problemlosen Datenaustausch zum Einsatz. Die Vereinten Nationen nutzen den sogenannten EDIFACT Standard (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport).

Da sich logistische Prozesse der diskreten Fertigung meist auf einer globalen Ebene bewegen, sind entsprechende Standards im elektronischen Datenaustausch unabdingbar.

7 - Projektmanagement im ERP-System

Im Bereich des Projektmanagements haben Unternehmen unterschiedliche Ansätze. Vom Projektmanagement mittels einer Meilenstein-Trendanalyse bis hin zum agilen Projektmanagement können diverse Ansätze vertreten sein.

Ein geeignetes ERP-System lässt sich an den jeweilig implementierten Ansatz mühelos anpassen. Durch die zentrale Ausrichtung des ERP-Systems wird Transparenz im Informationsaustausch zwischen allen Projektbeteiligten geschaffen.

Durch die Kombination einer geeigneten Projektmanagement Methode und einem ERP-System, welches diese Methode problemlos abbilden kann, können Projekte in der diskreten Fertigung effizienter gestaltet werden.

Multi-Projektmanagement in der diskreten Fertigung

Produzierende Unternehmen haben oftmals mehrere Projekte zur selben Zeit. Dabei schöpfen alle Projekte aus denselben, begrenzten Ressourcen des Unternehmens. Um potenzielle Engpässe zu vermeiden ist daher ein System erforderlich, welche Mitarbeitern einen genauen Überblick über alle laufenden Projekte gibt. So können potenzielle Kollisionen frühzeitig erkannt und vermieden werden.

8 – Das Rechnungswesen

Das Rechnungswesen ist elementarer Bestandteil eines jeden Unternehmens. Letztlich umfasst es alle Zahlungsströme innerhalb des Unternehmens und dient ihrer systematischen Erfassung und Überwachung.

Um einen prozessübergreifenden Informationsfluss zu gewährleisten, sollte das Rechnungswesen entweder bereits standardisiert Teil des ERP-Systems sein oder über eine entsprechende Schnittstelle oder über ein Add-On angebunden werden.

Mit einem Controlling-Modul lassen sich alle Prozesse des internen Rechnungswesens abbilden und optimieren. So können beispielsweise Einsparungspotenziale identifiziert werden. Doch auch Prozesse des externen Rechnungswesens lassen sich über ein geeignetes ERP-System darstellen. So erleichtern sie beispielsweise die rechtkonforme Erstellung von Bilanzen.

Das Rechnungs- und Finanzwesen entscheidet letztendlich darüber, ob ein unternehmen langfristig profitabel operiert oder nicht. Aus diesem Grund sollte es in jedem Fall ein zentraler Bestandteil der eingesetzten Softwarelösung sein.

9 - Mobile Nutzung

Mobilität spielt in unserer schnelllebigen Zeit eine zunehmend große Rolle. Dies ist nicht nur im privaten, sondern auch im geschäftlichen Bereich der Fall.

In der diskreten Fertigung spielt beispielsweise der mobile Zugriff auf die firmeneigene Maschinenüberwachung eine Rolle. Im Idealfall werden Service-Mitarbeiter automatisch von System über auftretende Störungen informiert. Kommt es zu einer Störung, erhält der Mitarbeiter eine Benachrichtigung auf seinem mobilen Endgerät – unabhängig davon, wo er sich gerade aufhält.

Störungen einzelner Maschinen können so möglichst schnell behoben werden. Dies ist essenziell, um einen reibungslosen Produktionsprozess zu gewährleisten. Bleibt eine Störung lange unerkannt, kann dies folgeschwere Konsequenzen mit sich bringen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Produktionsstillstand.

10 – Kundenservice im ERP-System

Kundenservice bedeutet, Kunden auch nach dem Kauf bestmöglich zu betreuen und beispielsweise bei Reklamationen zu unterstützen.

Die Qualität des Kundenservice ist ausschlaggebend für den Erfolg eines Unternehmens. Das ist auch in der diskreten Fertigung der Fall. Adäquate Unternehmenssoftware kann Unternehmen dabei helfen, ihren Kundenservice zu verbessern.

Dabei bedarf es vor allem einem lückenlosen Informationsfluss zwischen ERP und CRM. Benötigte Informationen können so bei einer eingehenden Kundenanfrage direkt vom Kundenservice-Mitarbeiter abgerufen werden, ohne dass dieser Rücksprache mit Kollegen aus einer anderen Abteilung halten muss.

Kundenanfragen können somit schneller und gezielter beantwortet werden und Wartezeiten werden maßgeblich verkürzt.

Channel-übergreifende Lösungen und Self-Service

Weiterhin von Vorteil sind Channel-übergreifende Lösungen. Dadurch haben Kunden die Möglichkeit, das Unternehmen bzw. den Kundenservice auf unterschiedliche Art zu kontaktieren. Es bedarf nicht unbedingt eines Anrufes. In vielen Bereichen bietet es sich beispielsweise an, ein entsprechendes Self-Service Portal einzurichten.

Über das Portal können Kunden Informationen in ihrem Konto selbst ändern. Somit müssen sie nicht lange Wartezeiten in Kauf nehmen, die oftmals mit einem Anruf bei der zentralen Kundenservice-Hotline einhergehen. Dies hat auch zur Folge, dass Kundenservice-Mitarbeiter entlastet werden. Dadurch werden wertvolle Ressourcen frei, die dann an anderer Stelle gewinnbringend eingesetzt werden können.

11 - CRM und Vertrieb

Auch der Vertrieb profitiert von einer Integration von ERP- und CRM-System. So ist es beispielsweise möglich, eine Bestellfunktion im CRM einzurichten. Kunden können so ihre Bestellungen direkt über das CRM aufgeben.

Die Bestellung wird an das ERP übermittelt und löst automatisch weitere Folgeprozesse aus. Von der Disposition bis hin zur Rechnungsstellung können Prozesse so deutlich effizienter abgewickelt werden, da es nur noch an wenigen Stellen eines manuellen Eingriffs bedarf.

CRM-Daten sind zudem für den Vertrieb von enormer Relevanz. Moderne CRM-Systeme verfügen oftmals über leistungsstarke Analysetools, die eine 360 Grad-Sicht auf den Kunden ermöglichen. Das ist nicht nur für Marketingzwecke von Vorteil. Vertrieblern wird durch ein besseres Kundenverständnis beispielsweise die Lead-Priorisierung erleichtert.

Durch die gezielte Nutzung wertvoller CRM-Funktionen können somit Vertriebskosten reduziert und der Umsatz gesteigert werden.

12 - Beschaffung in der diskreten Fertigung

Einkauf und Beschaffung spielen in der diskreten Fertigung eine große Rolle. Zum einen muss die Qualität bezogener Ware stimmen, da anderenfalls die Qualität des gefertigten Produktes in Mitleidenschaft gezogen würde.

In Wirtschaftszweigen wie der Automobilindustrie könnte es beispielsweise fatale Folgen, wenn Teil einer Bremse fehlerhaft ist. Hinzu kommt, dass Materialkosten gezielt überwacht werden müssen. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen auf lange Sicht profitabel operieren kann.

Moderne ERP-Systeme können dabei helfen, sowohl den strategischen als auch den operativen Einkauf maßgeblich zu erleichtern. Im operativen Einkauf kommen beispielsweise angebundene Produktkataloge zum Einsatz. Im strategischen Einkauf spielt die Überwachung der Lieferanten eine große Rolle.

Ein ERP-System schafft dabei einen Überblick über aktuelle Preise und Qualitäten sowie Preis- und Qualitätshistorie einzelner Lieferanten. Durch Abnahmemengen und aktuelle Kontingente kann zudem eine Lieferanten-Priorisierung vorgenommen werden. Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Rabattierungen ausgehandelt werden sollen.

13 – Standortübergreifende ERP-Lösungen

Standortübergreifende ERP-Lösungen kommen immer dann zum Einsatz, wenn Unternehmen über mehrere Standorte verfügen. Das ERP-System hat dabei vor allem die Aufgabe, den gemeinsamen Ressourcenpool zu verwalten und zu steuern. Dies geschieht innerhalb des Systems über eine zentrale Lagerbestandsverwaltung.

Multisite ERP-Lösungen ermöglichen Mitarbeitern neben einer Einsicht auf den gesamten unternehmensinternen Lagerbestand in vielen Fällen auch eine Einsicht auf dessen Verteilung. So besteht die Möglichkeit, bei einem Engpass im eigenen Lager zusätzlichen Bestand von einer anderen Niederlassung zu beziehen. So ist gewährleistet, dass die Produktion auch bei einer Fehlkalkulation regulär weiterlaufen kann.

Fazit: Leistungsstarke ERP-Systeme für die diskrete Fertigung

Jede Branche hat andere, individuelle Anforderungen an ein ERP-System. Auch spezielle, branchenspezifische Prozesse müssen sich mit dem System abbilden lassen.

Aus diesem Grund sollten sich Unternehmen der diskreten Fertigung an einen ERP-Anbieter wenden, der über ausreichend Erfahrung in der Branche verfügt.

Ist das Unternehmen Teil einer komplexen, global ausgelegten Lieferkette, ist der Stellenwert transparenter unternehmensübergreifender Kommunikation entsprechend hoch. In diesem Fall müssen entsprechende EDI und Logistikfunktionen vorhanden sein.

Moderne ERP-Systeme können zudem als leistungsstarke Analysetools eingesetzt werden. So können Unternehmen der diskreten Fertigung gezielt Schwachstellen identifizieren und optimieren. Auf lange Sicht trägt ein adäquates ERP-System so dazu bei, dass Unternehmen in einer wettbewerbsstarken Branche weiterhin gewinnbringend operieren können.