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Nachhaltiges SCM mittels ERP-Software

Lesen Sie hier, wie Sie mit einer geeigneten ERP-Software die Nachhaltigkeit ihrer Supply Chain gewährleisten können.

Unsere schnelllebige, digitale Zeit bringt viele, neue Herausforderungen mit sich. Lieferketten erstrecken sich im Zuge der Globalisierung zunehmend über unterschiedliche Nationen und nehmen an Komplexität zu.

Aus wirtschaftlichen Gründen ist es in vielen Fällen gewinnbringender, manche Produkte nicht im eigenen Markt zu beziehen, sondern sie stattdessen am anderen Ende der Welt zu erwerben.

Doch lassen sich derartige Praktiken langfristig mit zu erreichenden Klimazielen vereinbaren? 

Im Folgenden wollen wir uns einmal näher mit heutigen Fragestellungen des Lieferkettenmanagements auseinandersetzen und aufzeigen, wie eine ERP-Software dabei helfen kann, Lieferketten nachhaltiger zu gestalten

Inhaltsverzeichnis 

ERP-Software: Eine Definition

Das Akronym „ERP“ bezeichnet die unternehmerische Aufgabe des Enterprise Resource Planning bzw. der Geschäftsressourcenplanung.

Im Kern geht es dabei darum, alle geschäftsrelevanten Ressourcen im Unternehmen zur richtigen Zeit an richtiger Stelle in benötigter Qualität und Quantität sowie mit den benötigten Informationen versehen zur Verfügung zu stellen. 

Geschäftsprozesse

Abhängig von internen Strukturen bedarf es zur Erfüllung dieser Aufgabe einer Vielzahl teils komplexer, miteinander vernetzter oder aufeinander aufbauender Geschäftsprozesse. 

Rolle einer ERP-Software

Um hier den Überblick zu behalten und bestehende Prozesse gezielt steuern zu können, nutzen Unternehmen immer häufiger ERP-Software. ERP-Software bildet das Herzstück der unternehmenseigenen IT-Infrastruktur und ist somit der zentrale Verwaltungspunkt für geschäftsrelevante Daten. 

Sämtliche, im System abgebildeten Prozesse lassen sich darin 

  • Steuern 
  • Verschlanken 
  • Optimieren 
  • Automatisieren. 

Vorteile einer ERP-Software

Für Unternehmen bringt dies eine Vielzahl an Vorteilen mit sich. 

Kollaboration

Zum einen wird durch die zentrale Ausrichtung der Software die abteilungsübergreifende Kollaboration verbessert. 

Transparenz

Da alle Mitarbeiter mit denselben, korrekten Daten arbeiten, wird die doppelte Datenpflege obsolet. Datensilos werden reduziert und die Qualität der Daten steigt, da auch die mit einer doppelten Datenpflege einhergehenden Übertragungsfehler entfallen. 

Daten nutzen

Darüber hinaus werden moderne ERP-Systeme immer häufiger auch als wertvolle Analysetools genutzt. Alle relevanten Daten liegen bereits im System vor und können über entsprechende Funktionen an dieser Stelle auch ausgewertet werden.

So können Unternehmen beispielsweise fundierte Einschätzungen über den künftigen Bedarf treffen und erhalten Planungssicherheit. 

Supply Chain Management: Eine Überblick

Kein Unternehmen operiert isoliert, sondern ist immer auch als Teil seines Umfelds zu sehen.

In Zeiten der Globalisierung handelt es sich bei diesem Umfeld längst nicht mehr um den Bereich innerhalb der eigenen Landesgrenzen, sondern um ein komplexes, international ausgerichtetes Netzwerk von Mitbewerbern, Partnern und Kunden. 

SCM: Definition

Im „Journal of Business Logistics“ wird das Supply Chain Management (SCM) wie folgt definiert:

„innerbetrieblich und entlang der Lieferkette auch zwischenbetrieblich die auf das Gesamtsystem ausgerichtete strategische Koordinierung zwischen den traditionellen Geschäftsfunktionen und den taktischen Entscheidungen zwischen diesen Geschäftsfunktionen mit dem Ziel der Verbesserung der langfristigen Leistungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen und der Lieferkette als Ganzes.“ 

- John T. Mentzer, William DeWitt, James S. Keebler, Soonhong Min, Nancy W. Nix, Carlo D. Smith und Zach G. Zacharia; Auszug aus dem Journal of Business Logistics, 2001. 

Ziel des SCM ist es demnach, die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems sowie auch einzelner Unternehmen langfristig zu verbessern. 

Gründe für mehr Nachhaltigkeit im SCM

Doch inwiefern spielt Nachhaltigkeit bei der Verbesserung der Leistungsfähigkeit eine Rolle? Tatsächlich gibt es diverse Gründe für eine nachhaltigere Gestaltung von Lieferketten. 

1. Leistungspotenziale realisieren und ausschöpfen

Ein wesentlicher Grund steht in direkter Verbindung mit der intrinsischen, ökonomischen Motivation von Unternehmen. Je weniger Ressourcen für einen bestimmten Prozess in Anspruch genommen werden müssen, desto kosteneffizienter fällt dieser aus.

Eine Reduktion von Ressourcen wie Materialien oder Energie geht jedoch auch Hand in Hand mit einer nachhaltigeren Prozessgestaltung. 

2. Risiken minimieren

Darüber hinaus lassen sich mittels nachhaltigem Lieferkettenmanagement Geschäftsrisiken minimieren. Ein wichtiger Faktor ist hier beispielsweise der Reputationsschutz des eigenen Unternehmens.

In Zeiten, in denen Unternehmen zunehmend gegenüber ihren Kunden in der Verantwortung stehen und das Bewusstsein für den Stellenwert nachhaltiger Geschäftspraktiken wächst, schützen Unternehmen ihr eigenes Image durch die nachhaltige Gestaltung ihrer Lieferketten. 

3. Bedürfnisse erfüllen

Wie bereits erwähnt sehen Kunden Unternehmen in Bezug auf nachhaltige Geschäftspraktiken zunehmend in der Verantwortung. Nachhaltigkeit wird so zu einem Wettbewerbsvorteil. Ebenso steht es um Transparenz gegenüber den eigenen Kunden. 

4. Neue Märkte erschließen

Dieser Wettbewerbsvorteil kann letztlich auch als Alleinstellungsmerkmal fungieren und Unternehmen dabei helfen, sich in neuen Märkten zu etablieren und ihren Einfluss bzw. globalen Marktanteil so auszubauen. 

Aspekte einer nachhaltigen Lieferkette

„Nachhaltigkeit“ ist dabei jedoch nicht nur auf ökologische Aspekte bezogen, sondern umfasst auch die eigene Wirtschaftlichkeit sowie eine soziale Komponente.

Letztere greift beispielsweise dann, wenn Arbeitsbedingungen an internationalen Produktionsstätten verbessert werden sollen. 

Nachhaltige Supply Chains dank ERP

ERP-Software kann Unternehmen bei einem nachhaltigen SCM sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene unterstützen. 

Nachhaltigkeit im operativen SCM

ERP-Software schafft vor allem eines: Transparenz. Mittels einer geeigneten ERP-Software kann jedoch nicht nur unternehmensintern die Kollaboration verbessert werden.

Ist softwareseitig eine Schnittstelle zu Kunden oder Lieferanten gegeben, so wird auch die Transparenz entlang der gesamten Lieferkette erhöht. 

Auf operativer Ebene bedeutet dies, dass Bestellungen mittels einiger, weniger Klicks getätigt werden können und so Ressourcen bei Geschäftsprozessen eingespart werden können. In der unternehmensübergreifenden Kommunikation spielen dabei EDI-Standards eine große Rolle. 

ERP-II-Software

Wird ERP-Software wie in diesem Fall um eine unternehmensexterne Ebene erweitert und ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, werden diese Systeme auch als „ERP-II-Software“ bezeichnet. 

Nachhaltigkeit im strategischen SCM

Auf strategischer bzw. Planungsebene lassen sich die folgenden Aufgaben softwareseitig abwickeln: 

  • Netzwerkplanung
  • Absatz- und Bedarfsplanung
  • Produktionsplanung
  • Bestandsplanung
  • Distributionsplanung
  • Transportplanung

Oft fällt in diesem Zusammenhang des Wort „SCM-Software“. Tatsächlich muss es sich dabei jedoch nicht um ein separates System handeln.

So empfiehlt sich beispielsweise die Nutzung eines entsprechen SCM-Moduls innerhalb der unternehmenseigenen ERP-Software. 

Der „Bullwhip Effect“

Durch den effizienten Informationsaustausch zwischen Unternehmen wie auch innerhalb eines Unternehmens wird eine Lieferketten-übergreifende Transparenz geschaffen.

Dies sorgt dafür, dass wenig nachhaltige Phänomene wie der Peitscheneffekt reduziert werden. 

Hierbei handelt es sich um das Phänomen, dass Bestellungen bei Lieferanten zu größeren Schwankungen neigen als die tatsächlichen Verkäufe an den Kunden.

Bei einer langen Lieferkette sorgt dies dafür, dass die Schwankungen in vorgelagerte Richtung immer gravierender werden.

Ineffizienzen vermeiden

Der Peitscheneffekt resultiert demnach in hochgradig ineffizienten Lieferkettenaktivitäten, da die Bestellung, die letztlich beim letzten Lieferanten am Fuß der Zulieferpyramide eingeht, stark von der ursprünglichen Kundenbestellung abweicht.  

Mit dem Einsatz einer geeigneten ERP-Software können Unternehmen diesem Phänomen entgegenwirken.

Eine häufige Ursache für einen ausgeprägten Peitscheneffekt ist die Interpretation eines akuten Nachfrageschubs als Indikator für eine zukünftig hohe Nachfrage.

Mittels ERP-Software lassen sich wesentlich fundiertere Prognosen über die zukünftige Nachfrage erstellen. 

Fazit: ERP-Software für nachhaltiges SCM

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es diverse Gründe für eine nachhaltige Gestaltung von Lieferketten gibt. 
Bei der Umsetzung sollten Unternehmen berücksichtigen, dass Nachhaltigkeit mehrere Aspekte umfasst: 

  • Soziale Nachhaltigkeit 
  • Ökologische Nachhaltigkeit 
  • Ökonomische Nachhaltigkeit 

Eine gänzlich nachhaltige Lieferkette erfüllt dabei alle Faktoren. Somit müssen Unternehmen durch die ökologisch-nachhaltigere Gestaltung von SC-Prozessen keine wirtschaftlichen Abstriche in Kauf nehmen. 

ERP-Software für ein nachhaltiges SCM

Um einen besseren Überblick über die heutzutage oftmals komplexen Lieferketten zu erhalten, können Unternehmen ERP-Software mit entsprechenden SCM-Funktionen nutzen.

Innerhalb der Software lassen sich dann SCM-Prozesse in Bezug auf eine Verbesserung der Nachhaltigkeit optimieren. 

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