Mit dem ERP in die Cloud

Mit dem ERP in die Cloud

Wie Unternehmen ihr ERP-System in die Cloud verlagern können, ohne dabei gleich Millionen Euro aus dem Fenster zu werfen.

Mit dem ERP-System in die Cloud. Dies steht bei vielen Unternehmen zurzeit auf der Agenda und die Vorteile einer Implementierung in der Cloud liegen auf der Hand. Wartung und Instandhaltung der Server, wie auch der Software an sich, obliegt nicht länger in der eigenen Hand, mobiler und flexibler Zugriff auf alle Daten jederzeit oder auch Senkung der eigenen Kosten. Doch ist nicht alles in der Cloud automatisch besser, billiger und innovativer. Vielmehr bedarf es einer detaillierten Analyse im Vorfeld um zu sehen, welchen Nutzen Unternehmen aus der Cloud wirklich ziehen können. 

Nicht alles Gold was glänzt

Bei aller Flexibilität beispielsweise, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass man sich mit der Cloud auch einem Anbieter bzw. einem Hoster verschreibt. Spätere Wechsel in eine andere Cloud eines anderen Anbieters sind dann oftmals sehr schwierig. Auch wird häufig mit automatischer Skalierbarkeit, oder Schlagwörtern wie „autonom“ und „elastisch“ geworben. Zweifelsohne, alles Vorteile der Cloud, wenngleich sichergestellt werden muss, dass die Dienste langfristig nicht in eine Richtung arbeiten, die für das eigene Unternehmen eigentlich uninteressant sind. (vgl. Michael Bathon vom 22.08.2019 auf diginomica.com) 

Tipps für den Übergang in die Cloud

In seinem Artikel „5 ways to leverage ERP in the cloud without throwing away millions” beschreibt Bathon, fünf Wege, die den Einstieg mit dem ERP-System in die Cloud erleichtern sollen. Wir wollen uns diesen Vorschlägen an dieser Stelle widmen und schauen, welche Tipps auch für deutsche Unternehmen von Relevanz sind. Der erste Tipp Bathons lautet, Verwenden Sie SaaS (Software-as-a-Service) dort, wo es Sinn macht. Oftmals seien lokale ERP-Systeme jahrelang in Unternehmen an die eigenen Bedürfnisse angepasst worden und es haben sich „Best practices“ herausgebildet. All dies falle Weg, wechsele man mit dem gesamten System in die Cloud. Dort angekommen, muss man doch schlimmsten Falls feststellen, dass die lokalen Anpassungen in der Cloud nicht ohne Weiteres möglich sind. Man solle daher vorher überlegen, ob die Cloud eventuell nur für einige Unternehmensbereiche Sinn ergibt, während man andere, weiterhin lokal implementiert abdeckt. Es ist durchaus möglich und für viele Unternehmen, gerade im Bereich der Produktion und Fertigung, nur einige Abteilungen in die Cloud zu verlagern. 

Schrittweise Implementation

Ein weiterer Tipp Bathons betrifft die einzelnen Funktionen. Er hält den „Lift and Shift“-Ansatz für die Umstellung eines vorhandenen ERP-Systems auf Cloud-Hosting für oftmals vorschnell verurteilt und sieht klare Vorteile darin. Auch jene Unternehmen, die mit der Funktionsweise und der Performance des derzeitigen ERP-Systems zufrieden seien, könnten von einem Übergang in die Cloud, zumindest in Teilen profitieren. So sei es für diese sinnvoll, einzelne Funktionen und Anwendungen auf der Cloud-Infrastruktur auszuführen und schrittweise andere Cloud-Dienste mit einzubinden. Er schlägt an dieser Stelle also eine schrittweise Einführung einzelner Dienste vor, was durchaus Sinn ergeben kann, gerade für Unternehmen, die eigentlich gut abgedeckt sind. So kann die Cloud Stück für Stück Eingang in ein Unternehmen finden, ohne dabei all zu sehr den Arbeitsablauf zu stören und zu hohe Kosten zu verursachen. 

IT-Infrastruktur der Anbieter nutzen

Ferner gibt er an, man solle sich die Infrastruktur der Cloud-Anbieter unbedingt zu Nutze machen. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen werden nie über derartige Rechenzentren verfügen, wie sie von Cloud-Anbietern angeboten werden. Auch das vom Fachwissen der Betreibe kann massiv profitiert werden. Entscheidet man sich für einen Übergang in die Cloud, so entscheidet man sich auch, gewisse Bereiche der Verantwortlichkeiten neu zu definieren. Wartung und Instandhaltung, Updates und Upgrates, Serverkapazitäten und Speicherung, all das entfällt zunächst und sind Fragen des Hosters. Dort wo es also Sinn für ein Unternehmen macht, sollte die Cloud, schon allein wegen der vorhandenen Infrastruktur und der damit verbesserten Performance unbedingt genutzt werden. Cloud-Anbieter sind zudem sehr auf Sicherheit und Verfügbarkeit bedacht. Das sind ihre Hauptverkaufsargumente und stehen somit im Fokus. Davon kann ein Unternehmen in der Tat sehr profitieren. Langfristig werden wohl SaaS-Angebote in diesen Punkten die Nase vorn haben, eben weil sich Experten um die stetige Verbesserung kümmern. In der eigenen IT-Abteilung sind die Mitarbeiter wohlmöglich ähnlich engagiert die Performance des Systems hochzuhalten, verfügen jedoch einfach nicht über die Kapazitäten wie große Hoster. 

Cloud ja, aber bitte nichts überstürzen

In den letzten beiden Tipps geht Bathon nochmals auf den Vorteil, einzelne Anwendungen zur Analyse und zum Erkenntnisgewinn, in die Cloud zu verschieben, ein. Auch solle man Verständnis im Unternehmen um die Bedeutung der Cloud schaffen, damit alle verstehen, was genau die einzelnen Vorteile seien. Allgemein rät er dazu, bei einem Wechsel in die Cloud nichts zu überstürzen. Es kann durchaus Sinn ergeben erst einzelne Abteilungen oder Funktionen in die Cloud zu verschieben und weitere Anwendungen schrittweise folgen zu lassen. Ein ganz wichtiger Punkt sei es, sich im Vorfeld ausreichend Gedenken zur Zweckmäßigkeit zu machen. Cloud nur um der Cloud Willen sei der falsche Ansatz. Man müsse individuell herausfinden, wann und für was die Cloud einen echten Mehrwert bieten könne. (vgl. ebd.)

27 August 2019

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