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SaaS, PaaS, IaaS – Worin liegt der Unterschied?

Wir zeigen Ihnen unterschiedliche Cloud-Service-Modelle und erörtern, was sie können und für welche Zwecke sie sich eignen.

Cloud Services erfreuen sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. So setzen immer mehr Unternehmen auf Systeme wie ERP-Software aus der Cloud. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Schließlich sind derartige Systeme schnell verfügbar, oftmals nicht mit nennenswerten Anschaffungskosten verbunden und lassen sich flexibel wieder abbestellen. 

Doch wie ist die Cloud eigentlich aufgebaut und wo liegt der Unterschied zwischen den Akronymen SaaS, PaaS und IaaS? Dieser Fragen wollen wir uns im Folgenden einmal näher annehmen. Zunächst muss jedoch definiert werden, worum es sich bei ERP-Software konkret handelt und wie sich ERP-Systeme aus der Cloud vom „konventionellen“ Modell unterscheiden. 

Inhaltsverzeichnis

ERP: Eine Definition

Die drei Buchstaben „ERP“ sind ein Akronym und bezeichnen das Enterprise Resource Planning oder zu Deutsch die Geschäftsressourcenplanung.

Hierbei handelt es sich um eine zentrale unternehmerische Aufgabe, der sich Betriebe aller Branchenzugehörigkeit und Unternehmensgröße annehmen müssen. 

ERP als unternehmerische Aufgabe

Im Kern geht es darum, alle unternehmensrelevanten Ressourcen wie 

  • Rohstoffe 
  • Energie 
  • Finanzielle Mittel 
  • Betriebsmittel 
  • Boden 
  • Personal 
  • (Arbeits-)Zeit 

Im Betrieb zur richtigen Zeit in benötigter Qualität und Quantität sowie mit den richtigen Informationen versehen zur Verfügung zu stellen.

Je nach Art des Unternehmens sowie dessen internen Strukturen bedarf es zur Erfüllung dieser Aufgabe einer Vielzahl teils komplexer, miteinander verstrickter und aufeinander aufbauender Prozesse. 

Was ist ERP-Software?

An dieser Stelle kommt ERP-Software zum Einsatz. Moderne ERP-Software ist in der Lage, alle Geschäftsprozesse softwareseitig abzubilden. Innerhalb des Systems können sie dann ferner 

  • Verwaltet 
  • Gesteuert 
  • Verschlankt 
  • Optimiert 
  • Automatisiert 

werden. 

Wettbewerbsvorteil dank ERP-Software

Durch die effizientere Gestaltung von internen Geschäftsprozessen können Unternehmen so letztlich wertvolle Ressourcen einsparen, welche dann wiederum an anderer Stelle zielführender eingesetzt werden können.

Auf diese Weise kann die Nutzung einer geeigneten ERP-Software langfristig zum Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens beitragen. 

Unterschiedliche Lizenzmodelle

Softwareanbieter stellen Unternehmen ERP-Software in unterschiedlichen Lizenzmodellen zur Verfügung. Dabei ist im Wesentlichen zwischen lokaler und Cloud-basierter ERP-Software zu unterscheiden. 

ERP-Software aus der Cloud

Beginnen wir zunächst mit ERP-Software aus der Cloud. Diese wird Unternehmen über ein externes Netzwerk von Servern zur Verfügung gestellt. Diese können auf globaler Ebene in diversen Rechenzentren stehen und als ein zusammenhängendes Netzwerk fungieren. 

Cloud ERP: Hard- und Software werden gemietet

Somit befindet sich die Hardware nicht im Besitz des Unternehmens. Stattdessen wird sie über den Betreiber der Cloud bereitgestellt. Das Gleiche gilt für die ERP-Software selbst.

Diese befindet sich nach wie vor im Besitz des Softwareanbieters. Um diese für die eigenen Zwecke nutzen zu können, entrichtet das Unternehmen meist auf monatlicher Basis ein Entgelt an den Anbieter. 

Lokale ERP-Software: Die konventionelle Form

Lokale ERP-Software steht der Cloud gegenüber. Lokale Software wird oftmals auch als On-Premises Software bezeichnet, da von dem Gelände des Unternehmens aus betrieben wird. 

On-Premises ERP: Hard- und Software in Besitz des Unternehmens

Demnach befindet sich das Unternehmen auch im Besitz der Server bzw. der Hardware, die für den Betrieb der ERP-Software benötigt werden. Auch die Software wird nicht wie bei der Cloud gemietet, sondern einmalig erworben. Nach den ursprünglichen Anschaffungskosten hat das Unternehmen also die volle Kontrolle über die ERP-Software und all ihre Komponenten. 

Die Bezeichnung „On-Premises“ wurde erst in den 2010er Jahren geprägt. Davor bestand schlicht und ergreifend keine Notwendigkeit der Differenzierung zwischen lokalen und Cloud-basierten Lösungen, da sich Cloud-Software erst zu dieser Zeit auf kommerzieller Ebene etabliert hat. 

Cloud vs. Lokal: Unterschiedliche Rahmenbedingungen für unterschiedliche Anforderungen

Es lässt sich keine pauschale Aussage darüber treffen, welches Nutzungs- und Lizenzmodell empfehlenswerter ist. Vielmehr dient die Auswahl dazu, unterschiedlichen Unternehmen mit jeweils abweichenden Anforderungsprofilen gerecht zu werden. So bevorzugen einige Unternehmen Cloud-basierte ERP-Software, während andere nach wie vor auf lokale Software schwören. 

Wenn Sie sich bereits für die Cloud-Variante entschieden haben oder zumindest mit der Nutzung einer Cloud-basierten ERP-Software liebäugeln, sind Ihnen vermutlich bereits die Abkürzungen „SaaS“, „PaaS“ und „IaaS“ begegnet.

Was diese Akronyme im Einzelnen bedeuten, soll im Folgenden einmal näher aufgegriffen werden. 

SaaS - Software as a Service

Cloud Services werden in der Regel nach einem Schichtenmodell unterteilt. Zu differenzieren ist hier zwischen drei Schichten: Der obersten Schicht, einer mittleren Schicht und der fundamentalsten, grundlegendsten Schicht.

Die oberste Schicht wird auch als Software as a Service (SaaS) bezeichnet. 

Das kann SaaS

Ein Beispiel für SaaS ist Cloud-basierte ERP-Software. Bei SaaS stellt der Provider der Cloud neben der Cloud-Infrastruktur selbst auch seine eigenen Anwendungen in der Cloud zur Verfügung.

Der Nutzer, also das jeweilige Unternehmen, erhält also Hard- und Software aus einer Hand. 

Ein wesentlicher Vorteil geht bereits aus der Bezeichnung „Software as a Service“ hervor: Das Unternehmen mietet nicht nur ein Komplettpaket aus Hard- und Software, sondern auch im gleichen Zuge alle Dienstleistungen, die in diesem Zusammenhang anfallen.

So ist der Cloud-Provider verantwortlich für die Durchführung von Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Die Inanspruchnahme weiterer Dienstleistungen lässt sich über ein sogenannten Service Level Agreement (SLA) festlegen. 

SaaS vs. ASP

ASP (Application Service Provider) ist das Vorgängermodell von SaaS. In diesem Fall wurden Unternehmen vom Dienstleister Softwareanwendungen von anderen Herstellern 

PaaS – Platform as a Service

PaaS befindet sich im Schichtenmodell eine Ebene hinter bzw. unter SaaS. In diesem Fall stellt der Cloud-Provider keine fertiggestellte Software zum Einsatz für die Abwicklung von Prozessen der Geschäftsressourcenplanung zur Verfügung. 

Das kann PaaS

Stattdessen gibt der Cloud-Provider durch die Bereitstellung von Entwicklertools Unternehmen ein wertvolles Werkzeug bzw. eine geeignete Plattform an die Hand, um selbst entsprechende ERP-Software-Systeme zu entwickeln.

Das Unternehmen erhält also neben der Hardware auch noch ein Programmiermodell, um gemäß der eigenen Ansprüche eine eigene Software zu entwickeln. 

IaaS – Infrastructure as a Service

IaaS geht noch eine Ebene tiefer als PaaS und bildet somit die grundlegendste Schicht von Cloud Services. Infrastructure as a Service stellt Unternehmen fundamentale IT-Ressourcen zur Verfügung. Dazu zählen beispielswiese

  • Netzwerkkapazitäten 
  • Speicherkapazitäten 
  • Rechenleistung 

Das kann IaaS

Der Anwender hat dabei die volle Kontrolle darüber, wozu diese Infrastruktur genutzt wird. Er kann über Anwendungen und Betriebssysteme frei entscheiden.

In der Regel kann bzw. muss er die gesamte Infrastruktur selbst aus den benötigten Speichern und Recheninstanzen zusammenstellen. 

Fazit: SaaS, PaaS, IaaS – Ein Buchstabe macht einen großen Unterschied

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Cloud Services mehr beinhalten als nur SaaS. Im Rahmen einer SaaS-Lösung kann einem Unternehmen beispielsweise ERP-Software zur Verfügung gestellt werden.

Da sich sowohl Hard- als auch Software im Besitz des Cloud-Providers befinden, trägt dieser auch die volle Verantwortung für die Durchführung von Wartungs- und Instandhaltungsmaßnamen. 

Dementsprechend entsteht Unternehmen in diesem Punkt nur minimalster Aufwand – ein ausschlaggebendes Argument für die Nutzung einer Cloud-basierten ERP-Software. 

Darüber hinaus bieten Cloud-Services mit Modellen wie PaaS oder IaaS jedoch noch weitaus mehr Gestaltungsfreiheit, eigene Lösungen zu entwickeln. 

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