Gründe für das Scheitern einer ERP-Einführung

Gründe für das Scheitern einer ERP-Einführung

All zu häufig hört man von fehlgeschlagenen ERP-Projekten. Dabei gibt es viele Gründe für das Scheitern einer ERP-Einführung.

ERP-Software-Lösungen bringen für Unternehmen viele Vorteile mit sich. Effizientere Prozesse, freigesetzte Ressourcen, mehr Liquidität. Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Doch gibt es auch den Worstcase – das Scheitern bei der ERP-Einführung. Davor sind nicht einmal große Konzerne wie Lidl, die Deutsche Post oder Otto sicher, wie die Vergangenheit zeigt. 

Es liegt nicht an der ERP-Software

Doch warum scheitern so viele bei der Einführung einer neuen ERP-Software? Volker Johanning listet ein einem Artikel auf computerwoche.de vom 21.01.2021 zehn Gründe auf, die maßgeblich dazu beitragen können, dass die ERP-Einführung schiefgeht. Vorweg, es liege so gut wie nie an der ERP-Software selbst. 

Die Expertise fehlt

Ein gravierender Faktor bei ERP-Projekten seien demnach die vorhandenen Personalressourcen. Oft mangle es an Key-Usern und Prozessexperten im Unternehmen oder diese müssten erst ausgebildet und in ihre neuen Rollen hereinwachsen. Das werde dann zum Problem, wenn die Ausbildung dieser Stellen erst während der Einführung erfolge und nicht schon vor dem Beginn des Projektes. 

Zusammenarbeit und Kommunikation wichtige Faktoren

Somit fehle es auch häufig am internen Projekt-Knowhow im Unternehmen. Es fehle oft an einer engen Zusammenarbeit zwischen Management und Key-Usern. Ebenfalls führt Johanning das Customizing als elementare Gefahr bei der Einführung einer ERP-Software an. Einige Prozesse lassen sich schlichtweg im Unternehmen nicht verändern. Hier muss sich die ERP-Software dem Prozess anpassen. 

Anpassungen oftmals komplex 

Doch gibt es auch all jene Prozesse, die sehr wohl an die Software angepasst werden können. Je weniger Anpassungen an der Software vorgenommen werden, desto eher bleibt man im Zeit- und Kostenrahmen, den man sich im Vorfeld gesteckt hat. Anpassungen reißen Projekte oft aus eben jenen Grenzen heraus und drohen somit Projekte scheitern zu lassen. 

Zu kurze Testphasen

Auch werde Anwendern oftmals viel zu wenig Zeit zum Testen der potentiellen neuen ERP-Software eingeräumt. In vielen Fällen sogar gar keine. Somit werden Fehler nicht erkannt und schleichen sich in den Arbeitsalltag ein. Dies kann dann zu gravierenden Langzeitschäden führen. Daher sollte man sich immer viel Zeit nehmen die Lösung im Vorfeld ausreichend zu testen, um derartige Fehlschläge zu vermeiden. 

Schulung der Mitarbeiter elementar

Gleiches gelte für die Schulung der Mitarbeiter. Je höher der Bedarf in diesem Feld, desto höher letztlich auch die Kosten und die Zeit die dafür aufgewendet werden müssen. Dies werde oftmals vernachlässigt; mit gravierenden Folgen. Entweder sind Mitarbeiter am Ende nur unzureichend geschult oder die Kosten für die Schulung sprengen das Budget und drohen aus dem Ruder zu laufen. Auch hier ist eine frühe Einbeziehung aller Mitarbeiter und eine gute Kommunikation von Beginn an entscheidend. 

Stammdaten und unzureichende Einführungsstrategie 

Johanning führt in seinem Artikel noch weitere Gründe dafür auf, warum ERP-Projekt oftmals scheitern. So seien ungepflegte Stammdaten, eine undurchdachte Einführungsstrategie oder auch eine falsche Priorisierung ausschlaggebend für das Scheitern einer ERP-Einführung.

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