Gleichstellung in der Digitalisierung

Gleichstellung in der Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Wie diese Geschlechtergerechtigkeit und Integration fördern kann und welche Stolpersteine im Weg liegen, hier.

Am vergangenen Montag setzte sich die Enquete-Kommission im Düsseldorfer Landtag mit gleich zwei Themen auseinander. Zum einen die Integrationschancen der Digitalisierung und zum anderen mit der geschlechtsspezifischen Dimension der Digitalisierung. Die Kommission konnte sich dabei in einer Anhörung von Sachverständigen bestehend aus namenhaften Wissenschaftler*innen und IT-Experten zu verschiedenen Themenbereichen hinsichtlich eben genannter Dimensionen informieren. 

Integration durch Digitalisierung

Eine wesentliche Frage dabei ist, welche Chancen und Herausforderungen die Digitalisierung im Bezug auf die Teilhabe von, auf dem Arbeitsmarkt potentiell benachteiligten Gruppe habe. Damit seien Menschen mit Behinderungen, Einschränkungen, chronischen Erkrankungen, aber auch Eingewanderte und Geflüchtete gemeint. Ferner wolle man klären, wie eine Integration der verschiedenen Gruppen aussehen könne, welche Methoden, Ansätze und Projekte bereits heute angewendet werden und wie diese wohlmöglich verbessert werden können. Ebenso steht die Frage im Raum, welche Fördermöglichkeiten Bund und Land bieten, um entsprechende Digitalisierungsprojekte realisierbar zu machen. Auch fragte man die Wissenschaftler*innen, ob es ein Gesamtkonzept gebe, mit dem man benachteiligte Gruppen mithilfe des Digitalisierungsprozesses besser auf dem Arbeitsmarkt integrieren könne. Insgesamt wurden an die Forscher*innen fünf Fragen zum Thema Integrationschancen der Digitalisierung gestellt. 

Gleichberechtigung der Geschlechter

Weitere vier Fragen wurden im Bereich der geschlechtsspezifischen Dimension der Digitalisierung eingebracht. Man wolle klären, welche Branchen und Berufe besonders geschlechterdominiert sein und wie hoch das Substituierbarkeitspotenzial dort durch den digitalen Wandel sei. Auch stellte man sich die Frage, wie die Digitalisierung die oftmals Frauen dominierten Bereiche Dienstleistungs-, Einzelhandels-, Sozial- und Pflegesektoren, die zudem oft durch Teilzeitbeschäftigung und geringe Bezahlung geprägt sein, verändern könne. Ebenso fragte man die Sachverständigen, ob die Digitalisierung überhaupt helfen könne, solche Beschäftigungsbedingungen in den Branchen verbessern können. Zudem stand die Frage im Raum, wie die Digitalisierung genutzt werden kann, um einer geschlechterspezifischen Diskriminierung vorzubeugen. Auch musste geklärt werden, wie man die Potentiale der Digitalisierung in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nutzen könne. 

Digitalisierung kein Heilsbringer 

Die Wissenschaftler*innen verfassten ihre Positionen im Vorfeld schon in einer Stellungnahme an die Kommission. Diese hat sich am montägigen Sitzungstag in zwei Blöcken damit auseinandergesetzt. So kommen diese zu dem Schluss, dass beispielsweise eine Aufwertung nicht automatisierbarer Tätigkeiten, beispielsweise in der Pflege durch den Fachkräftemangel in den nächsten Jahren eine deutliche Aufwertung erfahren müssen. Ebenso kommen sie darin zu dem Schluss, dass eine mathematische Erziehung von Kindern bereits früh im Elternhaus anfange. Eltern müssten den mathematischen Leistungen ihrer Töchter gleich viel Wert wie denen ihrer Söhne beimessen. Dies sei heute oftmals noch anders.

Die Annahme, dass die wachsende Option von Home-Office automatisch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhöhe, sei mit Vorsicht zu genießen, so die Wissenschaftler*innen. Es habe sich gezeigt, dass durch die zeitliche Flexibilität oftmals Aufgaben über den gesamten Tag erledigt werden und somit am Ende mehr Zeit für die Arbeit drauf gehe, als in anderen Beschäftigungsverhältnissen. Positive Auswirkung könne die Digitalisierung indes für Menschen mit Behinderungen, Einschränkungen oder Sprachbarrieren haben. Automatische Übersetzungshilfen werden immer genauer, Lebensläufe können automatisch erstellt werden und auch Sprachsteuerungssysteme integriert werden. 

Was am Ende bleibt, ist die Frage, welche Maßnahmen Bund und Land unternehmen müssen, um die Digitalisierung so nutzbar machen zu können, dass diese dabei helfen kann, die Integration zu fördern und geschlechtsspezifische Diskriminierung ab zu bauen. 

24 Juni 2019

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