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Was ist Business Software?

Im Folgenden erfahren Sie, was genau unter Unternehmenssoftware zu verstehen ist und wie Unternehmen von ihrer Nutzung profitieren können.

„Enterprise Software“, „Business Software“, „Unternehmenssoftware“ – drei Begriffe, die im Wesentlichen dasselbe bezeichnen. Doch was versteckt sich hinter den vermeintlichen Modeworten? 

Im Folgenden wollen wir uns einmal näher mit Unternehmenssoftware Software auseinandersetzen und aufzeigen, in welchen Bereichen sie zum Einsatz kommt und wie Unternehmen von der Nutzung einer geeigneten Business Software profitieren können. 

Inhaltsverzeichnis

Was ist Business Software?

Der Begriff Unternehmenssoftware wurde aus dem Englischen übernommen und hat keine klar definierbare Bedeutung. Vielmehr handelt es sich um einen Sammelbegriff für jede Art von Anwendungssoftware, die in Organisationen oder Unternehmen zum Einsatz kommt. 

Anwendungsbereich ist entscheidend

Entsprechend steht Unternehmenssoftware Software für den Privatgebrauch entgegen. In der Praxis sind die Übergänge hier jedoch oftmals fließend, da beispielsweise Büroanwendungen sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich Verwendung finden.

Es geht also nicht ausschließlich um die Software selbst, sondern auch um ihren Anwendungsbereich. 

Mehrwert von Unternehmenssoftware

Im betrieblichen Zusammenhang findet Unternehmenssoftware in vielerlei Bereichen bzw. zu unterschiedlichen Zwecken Gebrauch. Dabei haben alle Bereiche eines gemeinsam: Sie unterstützt Unternehmen dabei, ihre Ziele zu erreichen. 
In welchen Bereichen Business Software konkret zum Einsatz kommt, soll im Folgenden einmal illustriert werden.

Arten von Business Software

In Bezug auf die Anwendungsbereiche von Unternehmenssoftware sollte immer beachtet werden, dass auch hier keine scharfen Abgrenzung vorgenommen werden können.

Das liegt daran, dass in der Praxis die Sachgebiete ineinander übergehen oder es zu Überschneidungen unterschiedlicher Bereiche kommen kann. Im Wesentlichen ist dabei zwischen Business Software für betriebswirtschaftliche Zwecke oder für technische Zwecke zu differenzieren. 

1. Unternehmenssoftware für betriebswirtschaftliche Zwecke

Enterprise Software für betriebswirtschaftliche Zwecke kann die Bereiche 

  • Materialwirtschaft
  • Produktionsplanung und -steuerung 
  • Absatzwirtschaft 
  • Finanzwirtschaft
  • Personalwirtschaft
  • Logistik
  • Geschäftsressourcenplanung

abdecken. Im Folgenden sollen die einzelnen Aufgabenbereiche von Business Software im betriebswirtschaftlichen Kontext einmal näher beleuchtet werden. 

Business Software für...


...die Materialwirtschaft 

In Bezug auf die Materialwirtschaft kommen

  • Materialwirtschaftssysteme in der Produktion 
  • Warenwirtschaftssysteme im Handel 

Zum Einsatz. Dabei ist die grundlegende Funktion dieselbe. Das Aufgabenprofil von Material- bzw. Warenwirtschaftssystemen umfasst 

  • Disposition 
  • Einkauf / Beschaffung 
  • Bestandsführung 
  • Lagerverwaltung 
  • Rechnungsprüfung 

In produzierenden Betrieben ist die Materialwirtschaf Aufgabe der Produktionsplanung und -steuerung und wird somit zumeist mittels PPS-System realisiert. 

...die Planung und Steuerung der Produktion

Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme kommen ausschließlich in der Produktion zum Einsatz. Zu den Aufgabenbereichen dieser Software gehört: 

  • Verwaltung von Konstruktions- und Produktionsdaten 
  • Werkstattsteuerung 
  • Kapazitäts- und Fertigungsplanung 
  • Bedarfsermittlung 
  • Teile der Absatzwirtschaft (Kundenauftragsverwaltung)

...die Absatzwirtschaft

Die Absatzwirtschaft befasst sich mit Aufgaben des Marketings und des Vertriebs. Entsprechende Unternehmenssoftware übernimmt im jeweiligen Geschäftsbereich dabei unterschiedliche Funktionen, wobei die Aufgabenbereiche auch hier wieder aufeinander aufbauen oder ineinander übergreifen. 

Bei der hier zum Einsatz kommenden Software handelt es sich zumeist um sogenannte CRM-Systeme, wobei „CRM“ die Abkürzung für den englischen Terminus „Customer Relationship Management“ ist.

Zu Deutsch wird synonym in der Regel der Begriff Kundenbeziehungsmanagement verwendet. Alternativ ist auch die Bezeichnung „Kundenpflege“ möglich.  
Zur Pflege der Kundenbeziehungen mittels CRM-Software zählen folgende Bereiche: 

  • Kampagnenverwaltung 
  • Kontaktverwaltung 
  • Auftragsmanagement 
  • Verkaufschancensteuerung 
  • Vertriebsprozessteuerung

...die Finanzwirtschaft

Die Finanzwirtschaft umfasst alle Aufgaben aus den Bereichen der

  • Kreditoren-, Debitoren- und Anlagebuchhaltung 
  • Finanzbuchhaltung 
  • Erlös- und Kostenartenrechnung
  • Bilanz- und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Da es sich hierbei um zentrale Aufgaben handelt, derer sich Unternehmen aller Art annehmen müssen, kommt bereits seit mehreren Jahrzehnten Unternehmenssoftware in diesem Bereich zum Einsatz. Diese ist sowohl in Form einer eigenständigen Softwarelösung als auch als Controlling-Modul als Teil einer zentralen Business Software erhältlich. 

...die Personalwirtschaft

Die Personalwirtschaft wird auch als Human Resource Management (HRM) bezeichnet. Zu den Aufgaben des HRM zählen:

  • Personalverwaltung 
  • Personalzeiterfassung 
  • Reisekostenabrechnung 
  • Personalentwicklung 
  • Personalplanung 
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung
  • Bearbeitung von arbeitsrechtlichen-, steuer- oder Sozialaufgaben 

HRM-Systeme beinhalten in manchen Fällen zusätzliche Funktionen, die Personalern Auskunftsmöglichkeiten aus den Personaldaten bieten. Alternativ lässt sich dies über separate Personalinformationssysteme realisieren. 

...die Logistik

Die zentrale Funktion der Logistik liegt in der strategischen und operativen Gestaltung der Materialflüsse von und zu Lieferanten und Kunden. Demzufolge geht es nicht länger ausschließlich um interne betriebliche Prozesse und die Grenzen des Unternehmens werden überschritten. 

Das Supply Chain Management (SCM) baut auf der Logistik auf. Es befasst sich mit unternehmensübergreifenden Prozessen entlang der gesamten Lieferkette. Um Prozesse des SCM zu optimieren, kommen heutzutage immer öfter Softwarelösungen zum Einsatz.

Diese Unternehmenssoftware ist darauf ausgelegt, die operative Planung und Steuerung der SCM-Aktivitäten zu erleichtern und effizienter zu gestalten. Bezeichnet wird diese Business Software als Advanced Planner and Optimizer (APO), Advanced Planning and Scheduling (APS) oder auch als ERP-II-System oder ERP-II-Software. 

...die Geschäftsressourcenplanung

Die Geschäftsressourcenplanung ist eine zentrale betriebliche Aufgabe aller Unternehmen. Ziel ist es, alle geschäftsrelevanten Ressourcen wie 

  • Rohstoffe
  • Boden 
  • Betriebsmittel 
  • Personen 
  • Arbeitszeit 
  • Geldmittel 
  • Energie 

Im Unternehmen zur richtigen zeit an richtiger Stelle in benötigter Qualität und Quantität und mit den richtigen Informationen versehen zur Verfügung zu stehen. ERP-Software ist ein ganzheitliches System, welches das zentrale Herzstück der unternehmenseigenen IT-Infrastruktur bildet. ERP-Software kann demnach Funktionen aus allen, oben genannten Bereichen beinhalten

Das volle Potenzial einer Business Software entfaltet sich erst, wenn diese vollständig integriert ist und es nicht zu Medienbrüchen zwischen Insellösungen kommt. Welche Funktionen eine ERP-Software im einzelnen beinhaltet, variiert zwischen unterschiedlichen Systemen unterschiedlicher Anbieter. 

Die Bezeichnung „ERP-II“ meint ein ERP-System, welches über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus geht und eine Schnittstelle zu Kunden, Lieferanten oder anderen Geschäftspartnern bildet. 

2. Unternehmenssoftware für technische Zwecke

Unternehmenssoftware für technische Zwecke wird in den technischen Bereichen eines Unternehmens eingesetzt. Gemeinsam haben all diese Systeme, dass sie in der Regel mit den Buchstaben „CA“ für „computer aided“ beginnen. Aus diesem Grund werden sie auch als „C-Techniken“ bezeichnet. 

Arten von Business Software für technische Zwecke

Einige Beispiele für gängige, häufig genutzte C-Techniken sind: 

  • Computer Aided Design (CAD)
  • Computer Aided Planning (CAP)
  • Computer Aided Facility Management (CAFM)
  • Computer Aided Manufacturing (CAM)
  • Computer Aided Quality Assurance (CAQ)

Unternehmen aller Art profitieren vom Gebrauch geeigneter Unternehmenssoftware für technische Zwecke. Während produzierende Unternehmen oftmals auf CAM setzen, kommen CAD-Programme häufig in der Baubranche zum Einsatz. 

Sonstige Anwendungsbereiche von Business Software

Neben technischen und betriebswirtschaftlichen Zwecken gibt es für Business Software noch weitere Anwendungsbereiche.

Hierbei handelt es sich beispielsweise um Informations- und Managementsysteme. Zu diesen Systemen zählen Simulationssysteme und Management-Informationssysteme (MIS).

Simulationssysteme

Mittels eines Simulationssystem lassen sich beispielsweise komplexe logistische Prozesse simulieren und verständlicher darstellen. Auf Grundlage dieser Simulation können Unternehmen dann fundierte strategische Entscheidungen treffen. 

MIS-Systeme 

MIS-Systeme greifen hingegen auf Datenbanken mehrerer operativen Systeme zu und finden benötigte Daten mittels Data Mining auf. Dies ist immer dann relevant, wenn es sich um Daten handelt, die aus mehreren Quellen in einem sogenannten Data Warehouse gespeist werden. So können beispielsweise Zusammenhänge oder neue Trends frühzeitig erkannt werden. 

Weitere Anwendungsbereiche

Unternehmenssoftware dient nicht nur einzelnen Fachbereichen und Abteilungen, sondern auch der übergreifenden Unterstützung betrieblicher Abläufe. Beispiele für abteilungsübergreifend-eingesetzte Systeme sind, neben klassischer ERP-Software:

  • Workflow-Management-Systeme
  • Dokumentenmanagementsysteme (DMS)
  • Contentmanagement-Systeme (CMS)

aber auch banalere Anwendungen wie beispielsweise ein gängiges E-Mail-Programm. 

Standard, Individual oder Best of Breed?

Bei der Auswahl einer geeigneten Unternehmenssoftware haben Unternehmen die Wahl zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten: 

  • Standardsoftware
  • Individualsoftware 
  • Best of Breed

Standardsoftware

Standardsoftware ist Software, die bereits geschrieben wurde und kommerziell erhältlich ist. Der Funktionsumfang und Kompatibilitäten sind demnach festgelegt und Prozesse müssen gegebenenfalls in manchen Bereichen an die Business Software angepasst werden. 

Individualsoftware 

Individualsoftware steht Standardsoftware gegenüber. Hierbei handelt es sich um Systeme, die speziell für ein Unternehmen entwickelt werden. Die Entwicklung einer eigenen Software ist in der Regel sehr kostspielig. Dennoch kann sich die Investition lohnen, wenn eine Vielzahl hoch-individueller Prozesse abgebildet werden muss. 

Best of Breed

Best of Breed-Software kombiniert mehrere Branchenlösungen unterschiedliche Anbieter unter Zuhilfenahme eines Systemintegrators. Hintergedanke dieser Lösungen ist die Annahme, dass übergreifende Gesamtsysteme die Prozesse einzelner Geschäftsbereiche nicht optimal abbilden können. 

In der Praxis gehen damit allerdings auch einige Nachteile einher. So müssen beispielsweise entsprechende Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen eingerichtet werden, um Medienbrüche zu vermeiden. Auch der administrative Aufwand steigt. 

Fazit: So profitieren Unternehmen von Business Software

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es keine scharfe Abgrenzung zwischen Business Software und Software für den privaten Bereich gibt. Vielmehr entscheidet der Anwendungsbereich einer Software darüber, ob es sich um Unternehmenssoftware handelt oder nicht. 

Business Software ist vielseitig 

Unternehmenssoftware kommt in vielerlei Bereichen zum Einsatz. Sowohl in Bezug auf technische als auch betriebliche Zwecke unterstützt Business Software das jeweilige Unternehmen mit entsprechenden Funktionen. 

Vorteile von Enterprise Software

In unserem von Digitalisierung geprägten Zeitalter lässt sich der Einsatz von Unternehmenssoftware praktisch nicht mehr vermeiden. Aus diesem Grund sollten sich Unternehmen nicht gegen die Anschaffung geeigneter Software stellen.

Die richtige Unternehmenssoftware kann Firmen zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil verhelfen, indem sie Ressourcen effizienter einsetzen oder wertvolle Erkenntnisse über ihre Kunden gewinnen.  

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