Einzelhandel
Mobile Commerce im Einzelhandel

Mobile Commerce im Einzelhandel

Das Smartphone ist mittlerweile täglicher Begleiter nahezu aller Kunden geworden. Wie der Handel sich nun auf den Mobile Commerce einstellt, lesen Sie hier.

Unter Mobile Commerce versteht man im Allgemeinen eine spezielle Ausprägung des elektronischen Handels unter Verwendung von drahtloser Kommunikation und mobiler Endgeräte. Grundsätzlich umfasst Mobile Commerce alle geschäftlichen Transaktionen in denen die Beteiligten auf elektronischen Kommunikationswegen, hier zu nennen Mobilfunk, W-LAN oder Bluetooth, mit mobilen Geräten zurückgreifen. 

Wir sehen es immer häufiger. Bequem mit dem Smartphone im Laden bezahlen, Gutscheine über das Handy einlösen oder gar komplett über das Geräte online einkaufen und bezahlen. Währen der Onlinehandel in Deutschland immer weiter wächst, mit Wachstumsraten die in den letzten Jahren stetig über 10% lagen, tut sich das Mobile Payment in Deutschland zurzeit noch schwer. Doch hierin sehen viele Experten große Chancen für den Einzelhandel. 

In diesem Artikel wollen wir uns zunächst einmal einen groben Überblick über den Mobile Commerce verschaffen. Mobile Commerce ist, wie eingangs schon erwähnt ein Teil des E-Commerce, also des elektronischen Handels. Dieser wiederum lässt sich als Teil von E-Business, also dem Überbegriff für alle elektronischen Geschäftsaktivitäten, einordnen. Wie werden also mobile Netze und Geräte zur Abwicklung von geschäftlichen Vorgängen genutzt? Nun, das mobile Payment im stationären Laden ist nur ein kleiner Teil der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in diesem Bereich. 

W-LAN Zugang im Ladenlokal

Ohne kostenfreies W-LAN kommt kaum ein Einzelhändler heute noch aus. An unzähligen Läden prangt ein Hinweisschild mit den Zugangsdaten. Funktionierendes W-LAN ist heute die Basis für den mobile Commerce. Denn nur mit einer stabilen Verbindung hat der Kunde die Möglichkeit die weiteren mobilen Angebote nutzen zu können. Steht die Basis, geht es nun darum, dem Kunden den Einkauf im Ladenlokal so angenehm wie möglich zu gestalten. IKEA gehört an dieser Stelle wieder einmal zu den Vorreitern.

Der schwedische Möbelhersteller stattete unlängst seien Artikel mit scanbaren Etiketten aus, über die der Kunde weitere Informationen zum Produkt erhält. Neben Artikeldaten kann der Kunde auch sehen, ob der Artikel noch verfügbar ist und wo dieser genau lagert. Der Kunde kann sich so eine digitale Einkaufsliste erstellen und somit auf die Bleistift- und Zettellösung verzichten. 

Orientierung im Geschäft

Ein weiteres Anwendungsfeld betrifft die Orientierung im Ladenlokal. Man denke nur an Baumärkte, die auf großen Verkaufsflächen eine enorme Sortimentsbreite aufweisen, die den ein oder anderen Kunden bereits die Orientierung verlieren ließ. Auch hier kann das Smartphone Abhilfe schaffen. Indoor Navigation führt den Kunden deutlich schneller zum Ziel und sorgt für ein positives Einkaufserlebnis.

Dabei wird nicht nur einfach aufgezeigt wo sich das Produkt befindet, der Kunde wird sogar zielsicher zu diesem geführt. Man denke nur an große Einkaufzentren mit mehreren hundert Ladenlokalen, für die eine solche Navigation ein echter Mehrwert sein kann. Zwar funktioniere die Ortung noch nicht auf den Meter genau, aber die Digitalisierung werde schnell neue Möglichkeiten finden, auch dieses Problem zu lösen. (vgl. Lamprecht, 2017 auf etailment.net) 

Beacons zur Benachrichtigung

Zurzeit wird versucht mittels Beacons, ein kleiner Sender auf Bluetooth-Basis, den Standort der Kunden zu tracken und diese durch das Lokal oder das Einkaufszentrum zu navigieren. Diese Technik wird auch dazu eingesetzt, den Kunden überhaupt erst in das eigene Geschäft zu lotsen. Der Kunde erhält beispielsweise, wenn dieser in Reichweite ist, eine Nachricht mit einem Gutschein für ein bestimmtes Geschäft und kann sich dann dazu entscheiden, das Lokal zu betreten. Auch im Laden selbst funktionieren die Beacons und machen auf Sonderaktionen oder Gewinnspiele aufmerksam. 

Mobiles Marketing

Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich das mobile Marketing, hier vor allem durch die eben erwähnten mobilen Coupons. Der Kunde kann Rabatte und Gutscheine einfach über sein Smartphone runterladen und im Laden einlösen. Damit verschaffen sich Einzelhändler nachhaltig einen Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz und erhöhen die Kundenbindung massiv. 

Mobiles Bezahlen

Ein weiteres spannendes Feld im Mobile Commerce betrifft das Mobile Payment. Wie Eingangs schon erwähnt tut sich der Bereich in Deutschland sehr schwer. Der große Hype, ausgelöst von namenhaften Konzernen wie Google, Samsung oder auch Apple, die allesamt eigene Bezahlsysteme ankündigten und mittlerweile am Markt platzierten, verstummte in Deutschland schnell. Die mobilen Bezahlsysteme kommen nur schwer ans Laufen. Grund dafür sei vor Allem ein Mangel an Vertrauen in diese Systeme.

In einer Umfrage aus 2017 gaben 44% der Befragten noch an, niemals mit dem Smartphone bezahlen zu wollen. (vgl. Firius, 2018 auf www.wiwo.de) Wie sich das Mobile Payment in Deutschland weiterhin entwickelt bleibt fraglich. Hier hängt man nach wie vor am Bargeld. Wenn man jedoch den Blick ins Ausland an dieser Stelle wagt, stellt man schnell fest, dass sich bargeldlose Transaktionen in Zukunft wohl weiter durchsetzen werden, da es am Ende für den Kunden ganz einfach bequemer ist. 

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