VR und AR im Einzelhandel?

VR und AR im Einzelhandel?

Der klassische Einzelhandel steckt in einer Krise, die nicht durch bloßes Abwarten zu überwinden scheint. Doch wie kann die Digitalisierung dem stationären Einzelhandel helfen?

In Zeit von riesigen Onlinehandel-Plattformen wie Amazon machen wich zunehmend auch die stationären Einzelhändler so ihre Gedanken, wie sie den Einkauf für ihre Kunden attraktiver gestalten können. Das müssen sie auch, denn die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Der Onlinehandel ist weiter auf dem Vormarsch. Die Wachstumsraten des Onlinehandels lagen in den letzten Jahren oft im zweitstelligen Bereich und der Handel im Internet macht nun mehr als 10 Prozent des gesamten Umsatzes des Einzelhandels in Deutschland aus. 

E-Commerce auf dem Vormarsch

Prognosen des Handelsverband Deutschland (HDE) gehen von einem Wachstum des Einzelhandelsumsatzes um gut 2% aus. Gleichzeitig geht man für das Jahr 2019 von einem Wachstum von 8,5% im Bereich E-Commerce aus. (vgl. www.handelsdaten.de) Während der Einzelhandel versuchte durch den Ausbau von Ladenflächen, diese sind in den vergangenen Jahren von 116 auf 124 Millionen Quadratmeter angewachsen, entgegenzusteuern, schießen nahe zu täglich neue Onlinehandel Start-Ups aus dem Boden und fordern ihr Stückchen vom Kuchen ein. Besonders hat diese Entwicklung schon der Modehandel zu spüren bekommen. Überfüllte und enge Ladengeschäfte, lange Suche nach passenden Größen oder lange Wartezeiten in der Garderobe um nur einige Gründe zu nennen, warum Kunden in es lieber in Kauf nähmen, die Ware zur Anprobe nach Hause zu bestellen und diese wohlmöglich wieder zurückschicken müssten. Große traditionsreiche Modehäuser wie Esprit kämpfen um ihr Überleben. Der Umsatz des Modehauses sackte 2018 um rund 11% ab. (vgl. www.handelsblatt.de) 

Lebensmittelhandel bedroht

Welche Branche es als nächstes treffen wird bleibt fraglich. Die Lebensmittelhändler bewerben sich jedoch stark um diese Position. Während die Annahme vorherrscht, Lebensmittel müsse man anfassen und sehen um sie zu kaufen, entwickeln immer mehr Online-Händler ein Angebot, Lebensmittel direkt nach Hause liefern zu lassen. Die Marktführer Aldi und Lidl halten sich unverständlicher Weise im Bereich E-Commerce für Lebensmittel nahe zu sträflich zurück, während Start-Ups mutig in die Bresche springen. Hinzu kommt die Problematik des Personalmangels in der Branche. Mindestlöhne bei unattraktiven Arbeitszeiten sind kein Konzept, das in Zukunft noch greift, der Mangel schon heute deutlich spürbar. 

VR und AR als Heilsbringer? 

Wie jedoch kann der Einzelhandel in Zukunft entgegensteuern? Neue Technologien die versprechen den stationären Einkauf attraktiver zu gestalten gibt es schon nur oft sind dazu hohe Investitionen in Hard- und Software, wie in die digitale Infrastruktur nötig, die zumindest den kleinen Läden sehr schwerfallen dürften. Einige Möbelhäuser haben damit begonnen, Virtual Reality einzuführen. Man kann im Laden mittel VR-Brillen ein Möbelstück in sein Wohnzimmer projizieren um zu schauen ob dieses auch passt. Auch kommen solche Technologien im Bereich Kosmetik zum Einsatz, wo der Kunde ein bestimmtes Make-up im Laden scannen und dann virtuell anlegen kann. 

Wohin die Reise für den Einzelhandel auch geht, der Einsatz neuer Technologien scheint langfristig unvermeidbar. Dazu sind Investitionen schon an der Basis nötig. Viele Einzelhändler nutzen bis heute die Funktionen von smarten ERP-Systemen nicht im vollen Umfang. Dabei können schon einfachste Anpassungen helfen, den Umsatz wieder zu steigern und den eigenen Laden für die Zukunft abzusichern. 

13 mei 2019

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