Zu viel Moderne im ERP-System

Zu viel Moderne im ERP-System

Während Anbieter sich mit neuen Technologien in ihren ERP-Softwareanwendungen überschlagen, kommen Anwender oft nicht hinterher.

Die zunehmende Digitalisierung sorgt letztlich auch dafür, dass sich ERP-Systeme stetig weiterentwickeln. Immer neue Funktionen zollen den Trendthemen Künstliche Intelligenz, Internet of Things, Industrie 4.0. usw. Tribut. Für den Anbieter ist es wichtig sich stetig auf dem aktuellsten Stand zu halten, damit dieser langfristig am Markt bestehen kann. Doch die Anwender kommen bei dieser sich überschlagenden Modernisierungswelle oft nicht mit. Die Lebenszeit von ERP-Systemen hat sich im Vergleich zu früher deutlich verkürzt, wenngleich dies nicht bedeutet, dass gleich ein neues ERP-System her muss, wenn neue Funktionen auf den Markt kommen.

Vielmehr sorgen immer flexiblere Systeme mit ausreichenden Schnittstellen für zukunftssichere Update- und Upgrade-Fähigkeiten dieser. Die Anwendungen rund um die Finanzbuchhaltung, Produktionsplanung oder Auftragsbearbeitung schienen lange Zeit recht innovationsbefreit, doch gerade durch Techniken der künstlichen Intelligenz werden auch dieses immer mehr verändert und finden mittlerweile Anwendung, eben auch in diesen. Das Internet of Things sorge zusätzlich dafür, dass der ERP-Markt sich weiter öffne, so Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Bitkom in einem Artikel von Martin Bayer vom 21.08.2019 auf computerwoche.de. 

ERP-Markt bewegt sich

Während der ERP-Markt sich durchaus bewegt, scheinen die Marktverhältnisse relative konstant zu bleiben. Die großen fünf, also SAP, Sage, Infor, Oracle und Microsoft teilen sich rund die Hälfte des zuletzt 35 Mrd. USD schweren Marktes. Die Form in der ERP mittlerweile angeboten und benutzt werde, verändert sich hingegen doch sehr. So sei die Idee einer einzelnen integrierten Suite, die sämtliche Prozesse über alle Unternehmensbereiche hinweg abdeckt, nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr dürstet es die Anwender nach mehr Agiglität und Flexibilität, weshalb immer häufiger nach offenen und smarten SaaS-Plattformen geschaut werden. (vgl. ebd.) So seien diese SaaS-Plattformen offener als die alten ERP-Monolithen, da diese mit vorgefertigten Schnittstellen zu anderen Plattformen auswarten und so die Integration anderer Anwendungen deutlich erleichtern. So überrascht es nicht, dass sich immer mehr ERP-Anbieter zusammenschließen. Die jüngsten Übernahmen der großen ERP-Anbieter, verdeutlichen dies. Doch auch mittelständische Unternehmen wie zu Letzt oxaion, cimdata Software, Logis und Syncos schlossen in den Bereichen ERP, MES und CAQ unter der Dachmarke Modula zusammen, um konkurrenzfähig zu bleiben. 

Anwender wollen mitziehen, aber nicht um jeden Preis

Doch bei aller Innovation und neuen Technologien, darf der eigentliche Anwender nicht vergessen werden. Laut der Trovarit-Studie „ERP in der Praxis 2018/19“ wollen zwar 45% der Anwenderunternehmen künftig in ERP investieren, eine Neuinstallation komme hingegen nur für die wenigsten in Frage. So wollen die Unternehmen zwar notwendige Schritte in der zweiten Welle der Digitalisierung gehen, jedoch eher im Sinne von Anbindungen und Erweiterungen. Ebenfalls geht aus der Studie hervor, dass den Anwendern nach wie vor die Daten- und Informationssicherheit am wichtigsten erscheint. Zwar wir beispielsweise auch das Thema Industrie 4.0 wichtiger, jedoch nimmt dieses eher einen Platz im Mittelfeld, auf die Frage nach den wichtigsten ERP-Trends, ein. Während ERP-Anbieter alles in die Entwicklung moderner Technologien rund um Machine Learning, künstliche Intelligenz oder Virtual Reality setzen, sind es genau diese Themen, die bei den Anwendern als unwichtigsten eingestuft werden. (vgl. ebd.) 

Anwender und Anbieter aufeinander zu gehen

Nun bleibt die Frage, ob die Anbieter nicht verstanden haben was ihre Kunden wirklich brauchen, oder die Anwender die Tragweite und die Vorteile der neuen Technologien noch nicht in Gänze verstanden haben. Festhalten lässt sich in jedem Fall, dass sich der ERP-Markt bewegt. Jedoch eher langsam. Dabei muss dieser aufpassen, die Kunden nicht zu überfordern. Gleichsam sollten die Kunden aufpassen wichtige Trends, wie beispielsweise Techniken der KI nicht zu verpassen. Es bleibt mit unter ein schwieriges Unterfangen auf die richtigen Trends zu setzen und die vermeidlichen Trends auszulassen.

23 August 2019

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