Wettbewerbsdruck durch Digitalisierung

Wettbewerbsdruck durch Digitalisierung

Generationskonflikte, fehlende Fachkenntnisse, mangelnde Ressourcen – deutsche Unternehmen geraten zunehmend in die Bredouille bei der Digitalisierung.

Nahezu alle Wirtschaftsbereiche beschäftigen sich dieser Zeit mit der digitalen Transformation, dabei geraten Unternehmen zunehmend unter Wettbewerbsdruck. In einer Studie des Branchenverbands Bitkom wurden nun Unternehmen genau danach befragt. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, dass mittlerweile IT- und Internet-Unternehmen auf ihren Markt strömen und sie deshalb schon selbst Produkte und Dienstleistungen ihrerseits anpassen. Jedoch werden auch Anbieter aus ganz anderen Branchen auf einmal zu direkten Wettbewerbern.

Ebenso erkennen 42% der Befragten an, dass ihre branchenzugehörigen Mitbewerber, die frühzeitig auf Digitalisierung gesetzt haben, nun dem eigenen Unternehmen voraus seien. Digitalisierung ist nunmehr kein Thema irgendwelcher IT-Fachleute oder Dot-Com-Start-Ups, vielmehr ist der Wandel in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Rund 91% der Befragten gab an, die Digitalisierung als Chance zu begreifen. Hingegen ging die Anzahl derjenigen Firmen die Ihre Existenz durch die Digitalisierung gefährdet sehen weiter zurück. Die Unternehmen scheinen die Wichtigkeit des Themas endlich begriffen zu haben, wenngleich sie sich jetzt mit einigen Herausforderungen konfrontiert sehen. 

„Die Digitalisierung wirkt für weniger Unternehmen abstrakt bedrohlich. Sie wird konkret und auch die letzten Unternehmen setzen sich jetzt mit ihr auseinander – und stellen fest, dass Digitalisierung kein Selbstläufer ist“ - Bitkom-Präsident Achim Berg

Verständnis ja, Umsetzung nein

Ebenso stellte die Studie fest, dass nur jedes fünfte Unternehmen in diesem Jahr in digitale Geschäftsmodelle investiere. Somit ergebe sich am Ende weiterhin ein großer Nachholbedarf beim Einsatz neuer Technologien in deutschen Unternehmen. (vgl. Andreas Streim, 10.04.2019 auf bitkom.org) Das Verständnis scheint nun also da, doch warum ist die Bereitschaft zu investieren so gering? Nun, oftmals mangelt es an fachlichen Kompetenzen und viele Unternehmen sehen sich einem Generationskonflikt innerhalb der eigenen Belegschaft ausgesetzt. Junge Mitarbeiter sind oft schwer zu finden und legen viel Wert auf einen modernen und zukunftsorientierten Arbeitsplatz, wohingegen ältere Mitarbeiter nur schwer ihre über Jahre angeeignete Arbeitsweise verlassen können oder wollen. 

“Die Generation Y sind keine Jugendlichen mehr, das sind Erwachsene, die als Entscheider und Einkäufer fungieren und sie sind digital. Deshalb muss man auch bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden und zu digitalisieren“ – Ronny Steinhagen, CSO bei ARS Computer und Consulting

Kluft wächst weiter

Steinhaben sehe die Digitalisierung als eine Evolution die auch Disruption bedeute, doch er sehe auch, dass nicht alle Unternehmen dazu bereit seien. (vgl. Dr. Michaela Wurm, 16.09.2019, crn.de) Jene wachsende Kluft sei auf vielen Märkten mittlerweile deutlich spürbar. Gemeint damit, die Kluft zwischen weiterhin analogen und digitalisierten Unternehmen. Es finden sich vielerlei Gründe bei den Unternehmen, die die digitale Transformation noch nicht angegangen sind. Fehlende Rahmenbedingungen, mangelnde Ressourcen oder eben auch entsprechende Fachkräfte.

Doch auch die Kultur spiele dabei eine Rolle. In Deutschland neige man dazu im bereits Bestehenden zu verharren, anstatt sich auf Risiken einzulassen. Nur im Falle der Digitalisierung sei das Risiko eher andersherum zu finden. Wer sich nicht rechtzeitig auf dem Weg mache, werde von den schneller ganz einfach gefressen, auch wenn man sehr groß sei, konstatiert Oliver Lotz, Director Client Consulting vom Dextra Data in Wurms Artikel. 

Prominente Insolvenzen

Und in der Tat, es lassen sich durchaus einige prominente Beispiele finden, die durch das Verschlafen der Digitalisierung letztlich schließen mussten. Man denke nur an Kodak. Der berühmte Hersteller von Fotoausrüstung und Filmen hat es versäumt auf den Markt der Digitalkameras umzusatteln und ging deshalb am Ende unter. 

Ein in Deutschland prominentes Beispiel ist Quelle. Der Versandhändler reagierte am Ende einfach zu spät und konnte dem Wettbewerbsdruck nicht mehr standhalten. Zu spät erkannte man das Potential der damals noch kleinen Online-Plattform Amazon. 

Doch auch in der IT-Branche selbst finden sich Beispiele. Hier wird einem vor Allem Nokia einfallen. Der ehemalige Handyhersteller feilte lieber an den eigenen Produkten und verpasste dann den Trend der Smartphones. Auf einmal war Apple da und machte Nokia den Markt streitig. Der große Wertverlust konnte von Nokia nie aufgefangen werden, so das 2014 dann das Aus bevorstand. (vgl. Blog, 12.04.2019, sevdesk.de) In Zeiten der Digitalisierung kann es mit Unternehmen schnell zu Ende gehen. Schutz bietet hier letztlich nur die eigene Innovationsfähigkeit. 

18 September 2019

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