Schluss mit 3G-Mobilfunk

Schluss mit 3G-Mobilfunk

Ende Juni dieses Jahres ist Schluss mit dem 3G-Mobilfunk. Eine Geschichte des Versagens Deutschlands in Sachen Digitalisierung.

„Nichts gelernt“ so titelt Helmut Martin-Jung in seinem Kommentar auf sueddeutsche.de vom 27.06.21 und bezieht sich damit auf das Versagen der Regierung, als es im Jahr 2000 um die Vergabe der Mobilfunk-Rechte an Anbieter ging. In freudiger Erwartung, dass die mobile Internetnutzung „abhebt wie eine Interkontinentalrakete“ (vgl. ebd.) habe man sich über die rund 100 Milliarden Mark in der Staatskasse gefreut. 

Geräte ohne Netz 

Doch die ganze Sache entpuppte sich eher als Rohrkrepierer, bis Apple mit der Release des iPhones eine Revolution anstößt. In der Zwischenzeit habe sich das Blatt gewendet. Nun steht nicht das Netz zur Verfügung das nach geeigneten Anwendungsmöglichkeiten sucht, sondern viel mehr die Geräte die verzweifelt nach dem Netz suchen. 

Ausbau des Netzes fehlte 

Anders als beispielweise in skandinavischen Ländern habe man auf Seiten der Regierung zwar dankend das Geld der Mobilfunkanbieter genommen, dieses jedoch nicht in den Ausbau von Netzen investiert und genau das räche sich jetzt. Das Ergebnis dieser „Eisenbahn ohne Gleise“ sei nun, dass die Datenübertragung pro Gigabyte heute in Deutschland teurer sei, als im europäischen Durchschnitt. 

Auch kabelgebundener Ausbau mangelhaft 

Gleiches gelte für den Ausbau der kabelgebundenen Internetanschlüsse. Anstatt frühzeitig auf den Ausbau eines Glasfasernetztes zu setzen, gestattete man der Telekom die Nutzung ihrer alten Kupferleitungen. In der Pandemie gab es dann die Quittung dafür, konstatiert Martin-Jung weiter. 

„Was Schüler und viele Studenten hier an Unvermögen und Versäumnissen ausbaden mussten, ist eines reichen Industrielandes wie Deutschland absolut unwürdig.“ – Helmut Martin-Jung (vgl. ebd.)

Regierung hat geschlafen 

Die Regierung habe den Mega-Trend der Digitalisierung einfach nicht als solchen erkannt und sei unfähig gewesen, diesem gebührend zu begegnen. 2019 wurden dann die Rechte für den neuen Mobilfunkstandard 5G vergeben und schon wieder sei der gleiche Fehler begangen worden. 

Gleicher Fehler wiederholt 

Zwar spülte die Vergabe wieder rund 6,55 Milliarden Euro in den Staatshaushalt, doch sei dies auch eben das Geld, dass nun den Mobilfunkanbietern fehle, um die Netze vernünftig und zukunftsfähig auszubauen. Man hätte nach Ansicht Martin-Jungs die Vergabe viel stärker an den Ausbau binden und nicht so sehr aufs Geld starren sollen. Der gesamtgesellschaftliche Effekt wäre um ein Vielfaches höher gewesen. 

1 Juli 2021

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