ERP-Software für Versorgungsunternehmen

Erfahren Sie mehr über Versorgungsunternehmen und das Potenzial moderner ERP-Software für diesen Bereich. Die grundlegende Aufgabe eines Versorgungsunternehmens besteht darin, die Infrastruktur für die öffentliche Daseinsvorsorge vorzuhalten sowie die damit verbundenen Dienstleistungen zu erbringen.

Versorgungsunternehmen sind elementar

Die Relevanz von Versorgungsunternehmen ist in unserer heutigen zeit nicht abzustreiten. Letztlich sind sie es, die der Bevölkerung in wesentlichen Punkten die Grundversorgung gewährleisten. Oftmals befinden sich derartige Unternehmen in öffentlicher Trägerschaft und treten als natürliche Monopolisten auf.

Oftmals fällt das Thema Digitalisierung in Bezug auf Institutionen der öffentlichen Hand schnell unter den Tisch. In natürlichen Monopolen ist der Bedarf, sich durch den Einsatz moderner Systeme einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und von der Konkurrenz abzuheben, schlichtweg nicht vergleichbar mit den konkurrenzstarken Märkten der Privatwirtschaft.

Dabei birgt ERP-Software großes Potenzial für den Versorgungssektor. In welchen Bereichen Prozesse optimiert werden können, soll im Folgenden näher aufgegriffen werden.

Was ist ERP-Software?

„ERP“ steht für Enterprise-Resource-Planning. Dies bezeichnet die zentrale unternehmerische Aufgabe der Geschäftsressourcenplanung. Deren Ziel ist es, alle geschäftsrelevanten Ressourcen zur richtigen Zeit in benötigter Qualität und Quantität an richtiger Stelle und mit den benötigten Informationen verfügbar zu machen.

  • Abhängig von Faktoren wie
  • Unternehmensstruktur
  • Branchenzugehörigkeit
  • Unternehmensgröße

Bedarf es zur Realisierung dieser zentralen Aufgabe einer Vielzahl komplexer, aufeinander aufbauender Geschäftsprozesse.

Funktion von ERP-Software

All diese Prozesse lassen sich mittels geeigneter ERP-Software digital abbilden. Innerhalb der Software können die Prozesse dann ferner

  • Verwaltet
  • Gesteuert
  • Verschlankt
  • Optimiert
  • Automatisiert

Werden. Durch die effizientere Gestaltung von Prozessen können Unternehmen wertvolle, bislang ineffizient-genutzte Ressourcen einsparen und stattdessen an anderer Stelle gewinnbringend einsetzen. Auf diese Weise kann Unternehmen durch die Nutzung einer adäquaten ERP-Software langfristig ein Wettbewerbsvorteil entstehen.

Das Stichwort ist dabei „adäquat“- Denn nicht jede ERP-Software eignet sich für den Einsatz in jedem Unternehmen. So gibt es beispielsweise Gemeinsamkeiten zwischen Unternehmen derselben Branchenzugehörigkeit. Dies ist auch bei Versorgungsunternehmen der Fall.

Ein Blick auf Versorgungsunternehmen

Versorgungsunternehmen sind einer der Grundpfeiler unserer modernen Gesellschaft.

Versorgungsunternehmen: Eine Definition

Gemäß einem Beitrag von Dr. Norbert Datzenberg der Jade Hochschule im Gabler Wirtschaftslexikon sind diese Unternehmen wie folgt zu definieren:

„Betriebe, die die Infrastruktur zur öffentlichen Daseinsvorsorge und zur Aufrechterhaltung des Lebens in modernen Gesellschaften vorhalten und die damit verbundenen Dienstleistungen erbringen wie z.B. Betriebe der Wasser-, Elektrizitäts-, Fernwärme- und Gasversorgung.“

Herausforderungen des Versorgungssektors

In anderen Branchen ist es bereits seit einiger Zeit spürbar: Kunden haben zunehmend hohe Erwartungen. Dies bezieht sich zum einen aus die finanzielle Ebene.

Zum anderen müssen jedoch auch Qualität, Kundenservice, CX oder Lieferzeiten stimmen. In den vergangenen Jahren ist darüber hinaus noch ein weiterer Faktor hinzukommen: Die Frage der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit zunehmend im Fokus

Unternehmen aller Branchen müssen sich im Zuge dessen wesentlich intensiver mit Themen wie Corporate Social Responsibility (CSR) auseinandersetzen. Dabei spielt vor allem auch die effiziente Nutzung nachhaltig gewonnener Ressourcen eine große Rolle.

Energiewende und digitale Transformation

Auch Themen wie die Energiewende oder die digitale Transformation haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Doch derartige Entwicklungen, Umstellungen und Umbrüche gelingen nur, wenn alle am selben Strang ziehen.

Lange waren Versorgungsunternehmen weitestgehend unberührt von diesen Entwicklungen. Das ist darin zu begründen, dass Kunden aufgrund der oftmals monopolistischen Position der Versorgungsunternehmen schlichtweg kaum eine andere Wahl hatten.

Risiko, den Anschluss zu verpassen

Auch gab es kein sonderlich ausgeprägtes Bewusstsein für die Relevanz der Herkunft von Wasser oder Energie. Diese Einstellung gehört jedoch zunehmend der Vergangenheit an. Versorgungsunternehmen sind nun gezwungen, sich an die aktuellen Entwicklungen anzupassen oder das Risiko einzugehen, von Mitbewerbern überholt zu werden.

Regulatorische Anforderungen

Auch in der Gesetzgebung wurden im Zuge des gesellschaftlichen Umdenkens Anpassungen gemacht:

  • Gesetzliche Vorschriften
  • Sicherheitsrichtlinien
  • Umweltauflagen

Verschärfen sich nicht nur zunehmend, sondern ändern sich auch regelmäßig. Versorgungsunternehmen müssen agil operieren und in der Lage sein, schnell und kosteneffizient auf entsprechende Änderungen zu reagieren. Doch wie können Unternehmen des Versorgungssektors diesen neuen Anforderungen gerecht werden?

Integration ausweiten und Medienbrüche vermeiden

Die Antwort liegt in der Nutzung ganzheitlicher Systeme, die die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens miteinander verknüpfen. Ganzheitlich-integrierte ERP-Software agiert als zentrales „zentrales Herzstück“ oder „Nervensystem“ der IT-Infrastruktur eines Unternehmens. So lassen sich die Prozesse sämtlicher Geschäftsbereiche von einer Stelle aus zentral steuern.

Funktionen und Module für Versorgungsunternehmen

Dabei variieren die Geschäftsbereiche selbstverständlich zwischen unterschiedlichen Teilbranchen und Fachgebieten. So haben Stromversorger andere fachspezifische Anforderungen an eine geeignete ERP-Software als Wasser & Utility Asset Management Unternehmen.

Dennoch profitiert die Mehrheit der Versorgungsbetriebe beispielsweise von Funktionen, die Außendiensteinsätze effizienter gestalten. Auch profitieren Versorgungsunternehmen durch die Nutzung einer geeigneten ERP-Software von einer optimalen Projektverwaltung und einer größtmöglichen Wertschöpfung vorhandener Anlagen.

Generell hat im Versorgungswesen jeder Prozess zwei Seiten: Eine kaufmännische und eine technische. Eine adäquate ERP-Software muss beide Aspekte ganzheitlich abdecken können.

Den Kunden im Fokus

Wie bereits an früherer Stelle angeschnitten wurde, werden die branchenübergreifend wachsenden Kundenerwartungen mittlerweile auch im Versorgungswesen spürbar. Um den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Kunden nachzukommen, bedarf es somit auch im Versorgungswesen einer geeigneten Softwarelösung.

Um Kundenbeziehungsprozesse ganzheitlich abzubilden und zu optimieren, kommen CRM-Systeme zum Einsatz. Diese sollten keinesfalls als Insellösung behandelt, sondern in die bestehende IT-Infrastruktur integriert werden.

Nachhaltigeres Ressourcenmanagement mittels ERP-Software

Auch in puncto Nachhaltigkeit hat ein in die ERP-Software integriertes CRM-System ein großes Potenzial. Wie ein besseres Kundenbeziehungsmanagement durch den Einsatz geeigneter Softwarelösungen Versorgungsunternehmen bei der Bewältigung der Probleme von morgen helfen kann, soll im Folgenden einmal am Beispiel von Wasserversorgern erläutert werden.

Nachholbedarf in puncto Digitalisierung

Bislang fehlt es im Versorgungswesen vielerorts noch an ganzheitlich-integrierten Plattformen, die zudem eine Schnittstelle zum Endverbraucher und verwandten Versorgungsunternehmen ermöglichen. Wasser- und Abwasserbetriebe könnten durch ein ganzheitlich vernetztes System so bestehende Datensilos abschaffen, Prozesse transparenter gestalten und die Kundenbindung verbessern.

Versorgungsunternehmen in der Verantwortung

Durch die Schnittstelle zum Kunden haben Versorgungsunternehmen die Möglichkeit, ihnen einen Echtzeit-Überblick über den aktuellen Verbrauch zu liefern. Das gleiche Vorhaben greift auch im Bereich der Energieversorgung. Endverbraucher können über eine App und ein (mobiles) Endgerät den aktuellen Verbrauch einsehen. Entsprechende Apps können auch für Aufklärungsarbeit eingesetzt werden. So können sie nützliche Tipps zu praktischen Sparmaßnahmen beinhalten.

Kommt es zu einem Problem, haben sowohl Endkunde als auch Versorgungsunternehmen die Möglichkeit, die andere Partei in Echtzeit über die Schnittstelle zu informieren. Die dadurch geschaffene Transparenz erhöht das Vertrauen des Kunden und wirkt sich somit positiv auf die Kundenbindung aus.

Fazit: Fit für eine nachhaltigere Zukunft

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass von der Nutzung einer ganzheitlich-integrierten ERP-Software letztlich alle beteiligten Akteure profitieren: Versorgungsunternehmen, Endkunde und Umwelt.

Nachhaltige Ansätze als Wettbewerbsvorteil

In Zeiten, in denen das Bewusstsein für nachhaltige Geschäftspraktiken und Prozesse beim Endverbraucher zunehmend ausgeprägt ist, wird die Verfolgung nachhaltiger Ansätze und Strategien für Unternehmen aller Branchen immer mehr zum Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil.

Dabei bietet sich eine Verknüpfung einer Nachhaltigkeitsstrategie mit der digitalen Strategie schlichtweg an. Durch die Nutzung einer geeigneten ERP-Software für Versorgungsunternehmen können Prozesse optimiert und somit auch Ressourcen eingespart werden. Diese effizientere Nutzung von Ressourcen kann über eine Schnittstelle auch beim Kunden vor Ort zum Tragen kommen.

ERP, ERP-Software, CRM