Was ist der Bullwhip Effekt?

… Und wie kann die Nutzung einer geeigneten Softwarelösung für ERP, SCM und Logistik ihn verhindern?

Die Bezeichnung „Peitscheneffekt“ oder auch engl. Bullwhip Effect nimmt im Bereich des Risikomanagements im Supply Chain Management eine zentrale Rolle ein. Doch worum handelt es sich hierbei eigentlich genau und was können Betriebe unternehmen, um ihm entgegenzuwirken? Damit wollen wir uns im Folgenden einmal näher befassen.

Inhaltsverzeichnis

Definition: Was ist der Bullwhip Effekt? 

Unter der Bezeichnung Bullwhip Effekt versteht man das Phänomen, dass Bestellungen beim Lieferanten zu größeren Schwankungen neigen als Verkäufe an Kunden. Sie weichen somit von der Nachfrage ab. Diese Abweichung schaukelt sich in entlang der Lieferkette in vorgelagerte Richtung immer weiter hoch. Am Ursprung der Lieferkette ist die Abweichung von der tatsächlichen Nachfrage somit am größten. Das Phänomen erhält seien Namen durch den Verlauf der Abweichung, die wie eine Peitsche immer weiter ausschlägt. Kommt es zu einer kleinen Veränderung der Kundennachfrage, kann dies demnach große Schwankungen entlang der Lieferkette verursachen, welche sich gegen Ursprung der Lieferkette immer weiter aufschaukeln – wie ein Peitschenhieb.  

Ursachen des Bullwhip Effekts 

Der Bullwhip Effekt ist ein zentrales Phänomen aus dem Bereich des Supply Chain Managements. Er ergibt sich aus dynamischen Prozessen der Supply Chain (Lieferkette) und kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Verarbeitung von Nachfragesignalen,
  • Preisschwankungen,
  • Auftragsbündelung,
  • und Engpasspoker.

Verarbeitung von Nachfragesignalen 

Sobald die Nachfrageprognose eines Akteurs auf Grundlage der von ihm beobachteten Nachfrage erfolgt, kann es zu einem Peitscheneffekt kommen. In diesem Fall wird der Anstieg der Nachfrage als Signal für eine hohe zukünftige Nachfrage gedeutet. Die Nachfrage wird dann entsprechend übertrieben an den Lieferanten weitergeleitet. Hier erfolgt dann wiederum ebenfalls wieder eine Bestellung nach gleichem Prinzip bei dessen Lieferanten. Lange Lieferzeiten verstärken dieses Phänomen zusätzlich.

Preisschwankungen 

Preisschwankungen können zu Abweichungen in der Nachfrage führen, ohne dass diese auf Schwankungen der Kundennachfrage zurückzuführen ist. Wenn beispielsweise ein Abnehmer einen Preisanstieg vermutet, ist mit einem Anstieg der Nachfrage zu rechnen, da sich der Abnehmer Vorräte anschafft. Im Folgezeitraum fällt die Nachfrage hingegen wieder ab.

Auftragsbündelung 

Eine Auftragsbündelung ist branchenübergreifend gang und gäbe. Begünstigt werden Mengenaufträge beispielsweise durch Staffelpreise oder anderweitig begünstigte Bedingungen bei der Abnahme großer Mengen. Diese führen wiederum dazu, dass auf Perioden mit hohen Bestellungen Perioden mit keinen oder nur sehr wenigen Bestellungen folgen. Prognosen die auf Grundlage dieser Auftragsbündelung erfolgen können somit den Peitscheneffekt verstärken.

...Und Mengenkontierung/ Engpasspoker 

Dass Menschen in Anbetracht befürchteter bevorstehender Knappheiten zu Hamsterkäufen neigen, hat uns die Corona-Pandemie deutlich vor Augen geführt; vielerorts war hierzulande kaum an Toilettenpapier zu kommen. Ist das Fass erst in Rollen gekommen, summieren sich die Zuschläge über mehrere Stufen der Lieferkette, was wiederum zu Nachfragebooms führt. Kommt es dann nicht zum antizipierten Engpass, decken Unternehmen ihre Bedarfe vorerst aus den von ihnen angelegten „gehamsterten“ Beständen. Dieses Verhalten führt wiederum zu einer Verlängerung der Bestellintervalle.

Folgen des Peitscheneffektes

Die Folgen des Peitscheneffektes sind nicht zu unterschätzen. Denn: Er kann für alle Glieder der Lieferkette sehr kostspielig werden. Beispielsweise können zu knappe Bestände dazu führen, dass Unternehmen nicht liefern können, Regale leer sind und Kunden abwandern. Überschüsse hingegen können zu Verschwendung führen und sind zudem in der Lagerung kostspieliger.

Safety Stock 

Reservebestände (Safety Stock) können dabei helfen, die Folgen des Peitscheneffektes bzw. von Nachfrageschwankungen abzufedern. Sie sind jedoch keine Lösung für den Peitscheneffekt selbst. In Anbetracht der potenziellen finanziellen Folgen von extremen Nachfrageschwankungen sind Unternehmen daher gut beraten, systematische Vorkehrungen zur Vorbeugung zu treffen.

Vorbeugen: Mit ERP- und SCM-Software 

Die Potenziale der Digitalisierung ermöglichen es Unternehmen, dem Peitscheneffekt systematisch vorzubeugen. Beispielsweise lassen sich Softwarelösungen wie SCM-Software bzw. ERP-Software mit integriertem SCM-Modul nutzen, um die Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren der Lieferkette zu verbessern.

ERP II, MRP II und EDI 

Solche Lösungen ermöglichen eine softwareseitige, digitale Vernetzung mit externen Parteien. Im Falle von ERP-Software ist hier auch von ERP II die Rede, sobald externe Parteien miteinbezogen werden. Gleiches gilt für das Material Requirements Planning (MRP), bei welchem dann vom MRP II (Manufacturing Resource Planning) die Rede ist. Ermöglicht wird eine schnelle, effiziente Kommunikation von Unternehmen zu Unternehmen beispielsweise über Standards für den elektronischen Datenaustausch (EDI).

Analyse- und Prognose-Software

Moderne ERP-Lösungen verfügen zudem häufig über umfangreiche Analyse- und Prognose-Funktionen, die Unternehmen eine genauere Nachfrage- und Bedarfsplanung ermöglichen. Systeme aus diesem Bereich stützen sich häufig auf Künstliche Intelligenz (KI) oder Ansätze aus dem Bereich Internet of Things (IoT) und ermöglichen es Unternehmen, das größtmögliche Potenzial aus den ihnen zur Verfügung stehenden Daten zu schöpfen (vgl. computerweekly.com, 2020).

Kategorie: Scm

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