Die „SaaSpocalypse“: Was ist das und was bedeutet es für die Zukunft von Unternehmenssoftware?
Die SaaSpocalypse setzt das SaaS-Modell unter Druck und verändert die Sichtweise von Unternehmen auf Software. Was bedeutet das für die Zukunft von Unternehmenssoftware?
Der Begriff „SaaSpocalypse“ taucht immer häufiger in Gesprächen über Unternehmenssoftware auf. Dahinter steht die Idee, dass das aktuelle SaaS-Modell an seine Grenzen stößt. Unternehmen haben in den letzten Jahren viele Tools hinzugefügt, wodurch die Landschaft komplexer und teurer geworden ist. Vor allem Organisationen mit mehreren Abteilungen stellen fest, dass sich Systeme überschneiden und nicht immer gut zusammenarbeiten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass SaaS verschwindet. Vielmehr ist eine Verschiebung in der Art und Weise zu beobachten, wie Software eingesetzt und bewertet wird. Unternehmen betrachten ihren Software-Stack kritischer und stellen andere Anforderungen an Anbieter. Es zählt nicht mehr nur die Funktionalität, sondern vor allem die Frage: Bringt diese Software in der täglichen Praxis wirklich einen Nutzen?
Was ist die SaaSpocalypse?
Die SaaSpocalypse bezieht sich auf die Vorstellung, dass sich das schnelle Wachstum von SaaS abflacht und teilweise umkehrt. Anstatt ständig neue Tools hinzuzufügen, werden Unternehmen vielmehr streichen und konsolidieren. Software, die wenig genutzt wird oder keine klare Rolle hat, wird schneller in Frage gestellt.
In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen ihre gesamte Softwarelandschaft neu überdenken. Dabei spielen nicht nur Kosten eine Rolle, sondern auch die Nutzung und die Auswirkungen auf Prozesse. Tools, die wirklich zur Effizienz beitragen, bleiben bestehen, während einzelne Lösungen ohne klaren Mehrwert verschwinden. Es handelt sich also weniger um eine Krise als vielmehr um eine Korrektur früherer Entscheidungen.
Warum das SaaS-Modell unter Druck steht
Ein wichtiger Grund liegt darin, wie Software in den letzten Jahren angeschafft wurde. Für jedes Problem wurde oft eine separate Lösung gewählt, ohne immer auf den Zusammenhang zu achten. Das führte zu einer fragmentierten Landschaft, in der Systeme nebeneinander existieren, aber nicht immer gut aufeinander abgestimmt waren.
Hinzu kommt, dass sich die Kosten summieren. Einzelne Abonnements scheinen oft begrenzt, aber zusammen stellen sie einen erheblichen Kostenfaktor dar. Gleichzeitig wächst der Druck, effizienter zu arbeiten. Unternehmen erwarten, dass Software Prozesse vereinfacht und beschleunigt, nicht dass sie zusätzlichen Verwaltungsaufwand und Komplexität mit sich bringt.
Die Rolle von KI in der Zukunft von SaaS
Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine immer größere Rolle bei der Entwicklung von Unternehmenssoftware. Während Systeme früher vor allem unterstützend wirkten, sieht man heute, dass sie immer häufiger Aufgaben selbständig ausführen. Man denke an KI-Agenten, die Prozesse innerhalb von ERP- oder CRM-Systemen teilweise übernehmen und optimieren.
Dies verändert die Art und Weise, wie Unternehmen Software betrachten. Anstelle mehrerer einzelner Tools entsteht der Bedarf an integrierten Lösungen, bei denen Prozesse im Mittelpunkt stehen. Der Einfluss von KI auf SaaS liegt also nicht nur in neuen Funktionen, sondern vor allem darin, wie Arbeit organisiert und ausgeführt wird.
Was bedeutet das für SaaS-Anbieter?
Für Anbieter von Unternehmenssoftware verschieben sich die Anforderungen deutlich. Es reicht nicht mehr aus, ein Tool mit vielen Funktionen anzubieten. Unternehmen erwarten, dass Software nachweislich zu effizienteren Prozessen und besseren Ergebnissen beiträgt.
Zudem gewinnt die Integration zunehmend an Bedeutung. Software muss gut mit anderen Systemen zusammenarbeiten und sich in ein größeres Ganzes einfügen. Anbieter, die dies nicht bieten, laufen Gefahr, dass ihre Lösung durch Plattformen ersetzt wird, die mehrere Funktionen kombinieren und besser auf die tägliche Praxis abgestimmt sind.
Was Unternehmen in der Praxis beobachten
Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass Software Entscheidungen weniger unverbindlich werden. Wo früher schnell neue Tools hinzugefügt wurden, liegt der Schwerpunkt nun auf der Bewertung und Optimierung. Teams prüfen kritischer, was sie nutzen und warum.
Man sieht zum Beispiel, dass Unternehmen ihre CRM-, ERP- und andere Systeme neu bewerten. In manchen Fällen werden mehrere Tools durch eine einzige integrierte Lösung ersetzt. In anderen Fällen bleiben die Systeme bestehen, aber die Prozesse werden angepasst, um effizienter zu arbeiten. Das Ziel ist fast immer dasselbe: weniger Komplexität und mehr Kontrolle.
Was bedeutet das für die Zukunft von Unternehmenssoftware?
Die „SaaSpocalypse“ zeigt, dass sich die Art und Weise, wie Unternehmen mit Software umgehen, verändert. Unternehmenssoftware bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Organisation, doch die Erwartungen werden höher. Es geht weniger darum, so viele Tools wie möglich einzusetzen, sondern vielmehr um die intelligente Organisation von Prozessen.
Für Unternehmen bedeutet dies, dass Software Entscheidungen häufiger strategisch getroffen werden. Nicht nur auf der Grundlage der Funktionalität, sondern auch hinsichtlich der Kohärenz, der Nutzung und der Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Wer dies bereits jetzt kritisch betrachtet, verhindert, dass Systeme in Zukunft eher zu einem Hemmnis als zu einem Beschleuniger werden.
2 Juli 2026
Starten Sie Ihre ERP-Auswahl
Finden Sie das richtige ERP-System für Ihr Unternehmen
SaaS-Anbieter im Überblick
Die Computerwoche veröffentlicht eine Liste mit den 30 wichtigsten SaaS-Anbietern. Darunter auch zahlreiche ERP-Lieferanten.
Lesen Sie weiterDas SaaS-Modell boomt!
Immer mehr Unternehmen bieten Software-as-a-Service an. Der Markt boomt und bringt stetig neue ERP-Software-Lösungen hervor.
Lesen Sie weiterAnpassungen bei SaaS-ERP-Modellen oftmals schwierig
In einer aktuellen Studie von CIO und der Computerwoche, wurde nach Cloud-ERP und künftigen Entwicklungen in diesem Kontext gefragt. Alles wichtige dazu lesen Sie hier.
Lesen Sie weiter