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ERP-Software aus der Cloud: Ein Überblick

Von diesen Softwareanbietern können Sie zurzeit Cloud-basierte ERP-Software beziehen.

Wir wollen an dieser Stelle einen Blick auf die derzeitigen ERP-Cloud-Systeme und damit verbunden auch auf die größten Cloudbetreiber werfen. Wer sich für eine Softwarelösung aus der Cloud entscheidet, sollte wissen, mit welchen Unternehmen er es zu tun hat. 

Wer betreibt eigentlich die Cloud, wer hat die Software konzipiert und wie hängen Softwareanbieter und Cloud-Betreiber miteinander zusammen?

All diesen Fragen wollen wir auf den Grund gehen und auch die grundlegenden Definitionen und Begrifflichkeiten klären, damit Sie am Ende wirklich wissen, was die Cloud ist und vor Allem wer diese betreibt. 

Inhaltsverzeichnis

Was ist ERP-Software? – Eine Definition

Das Kürzel ERP steht für den englischen Begriff Enterprise-Resource-Planning und beschreibt die unternehmerische Aufgabe, sämtliche Ressourcen über die das Unternehmen verfügen kann, so optimal wie nur eben möglich einzusetzen. 

Im Kern geht es dabei um die Planung, Überwachung und Steuerung sämtlicher Prozesse im Unternehmen. Der Unternehmen hat dabei die Aufgabe sicherzustellen, dass zu jeder Zeit jeder Prozess mit der richtigen Menge an Ressourcen versorgt ist, ohne dass es dabei zu Verschwendungen oder Knappheiten kommt. 

Ressourcen sind hierbei nicht einfach nur Rohstoffe oder Werkzeuge. Vielmehr werden auch folgende Dinge unter dem Begriff Ressourcen zusammengefasst: 

  • Werkzeuge (Arbeitsmaterialien, etc.)
  • Maschinen (Produktionsanlagen, Roboter, etc.) 
  • Fuhrpark (LKWs, Firmenwagen, etc.)
  • Personal (Mitarbeiter, Leiharbeiter, etc.)
  • Finanzielle Mittel (Bankvermögen, Einlagen etc.) 
  • Immobilien (Werkhallen, Bürogebäude, etc.)
  • Rohstoffe (u.a. auch Bauteile, Teilstücke, etc.)

In modernen Unternehmen laufen täglich tausende Prozesse teilweise parallel zueinander ab. Die Überwachung, Planung und Steuerung all dieser Prozesse von einer zentralen Stelle aus, ist so gut wie unmöglich.

An dieser Stelle tritt ERP-Software auf den Plan. Diese Anwendungen bilden Sämtliche Prozesse eines Unternehmens digital ab und führen diese auf einer zentralen Datenbank zusammen. 

Schlankere und schnellere Prozesse

Auf diese Weise lassen sich viele dieser Prozesse zusammenführen, verschlanken und an einigen Stellen sogar automatisieren. Durch die Zentralisierung aller Daten und Prozesse, werden Abteilungs- und sogar Unternehmensgrenzen überwunden.

So entstehen im gesamten Unternehmen neue, effizientere Prozesse. 

Technische Ebene von ERP-Software

Aufgebaut sind ERP-Software-Lösungen zu meist aus verschiedenen Modulen, die jeweils einen bestimmten Aufgabenbereich im Unternehmen abdecken. So finden sich in modernen ERP-Lösungen oftmals folgende Module an: 

  • Business Intelligence
  • Customer-Relationship-Management
  • Dokumentenmanagement
  • Finanzbuchhaltung
  • Warehouse-Management
  • Human-Resource-Management
  • Produktion

Nicht jedes Unternehmen benötigt jedes dieser Module in seiner ERP-Software, andere Unternehmen hingehen benötigen noch viele weitere Funktionen und müssen ihre Systeme speziell auf die eigenen Prozesse anpassen.

Doch nicht nur der Funktionsumfang macht die Suche nach einer passenden ERP-Lösung so schwerwiegend, auch dem System zu Grunde liegendem Lizenzmodell kommt eine entscheidende Bedeutung zu. 

Verschiedene Lizenzmodelle von ERP-Software

Neben dem klassischen On-Premises-Modell hat sich in den letzten Jahren vor allem das SaaS-Modell (Software-as-a-Service) hervorgetan. Im Grundsatz unterscheidet man zwischen folgenden Varianten für ERP-Software: 

  • On-Premise-ERP
  • Cloud-ERP
  • Hosted-ERP
  • Hybrides-ERP

Wir wollen und in diesem Artikel einmal ausführlich der Variante des Cloud-ERPs und damit verbunden dem SaaS-Modell widmen. Klären wir zunächst die einzelnen Begrifflichkeiten.

Was ist Cloud-Computing?

Beim Cloud-Computing handelt es sich um eine IT-Infrastruktur, die zuweilen über das Internet verfügbar gemacht wird. Kern dieser ist die Darbietung von Speicherplatz, Rechenleistung und auch Anwendungssoftware als Dienstleistung. 

Unternehmen ohne eigene Serverkapazitäten können Teile Ihrer benötigten Speicherleistungen in die Cloud auslagern und über das Internet auf die Daten zugreifen.

Die Cloud-Betreiber unterhalten große Rechenzentren, in denen unzählige Server die Daten und die damit verbundene Rechenleistung verarbeiten. 

Was ist SaaS?

Wenn von SaaS (Software-as-a-Service) die Rede ist, geht es um eine Anwendungssoftware die in der Cloud betrieben wird. In unserem Fall um ERP-Software.

Anwender buchen ganz bequem Lizenzen entsprechend Ihres Bedarfs beim Anbieter und können das ERP-System fortan über einen Internetzugang nutzen. 

Die Daten, die im ERP-System verarbeitet werden, werden ebenfalls in der Cloud gespeichert, sodass für das Unternehmen keinerlei eigene Server mehr nötig sind.

Man zahlt meist einen monatlichen Betrag pro Lizenz oder Speicherkapazität und kann das ERP-System fortan nutzen. 

Das Problem das viele Unternehmen mit diesem Modell haben, zeichnet sich entlang des Datentransfers ab. In ERP-Systemen werden sämtliche Daten eines Unternehmens verarbeitet, also auch sehr sensible Daten.

Viele fühlen sich unbehaglich bei dem Gedanken die Daten auf Servern Dritter zu speichern, die wohlmöglich im Ausland beheimatet sind. 

Genau darauf wollen wir an dieser Stelle einmal einen genauen Blick werfen. Wer sind eigentlich die bekanntesten Cloud-Betreiber und welche ERP-Software-Lösungen werden in diesen angeboten?

Die großen Cloudbetreiber im Überblick

Der Cloud-Markt wächst stetig und nach neusten Prognosen ist im Jahr 2025 mit einem globalen Marktvolumen von 216.419 Millionen Euro zu rechnen.

Kein Wunder also, dass sich vor allem die großen Tech-Unternehmen versuchen ihren Teil des Kuchens zu sichern. Werfen einen Blick auf die großen Player.

Amazon Web Services

Einer der ersten und nach Gartner auch größten Cloud-Computing-Anbieter ist Amazon Web Services, eine Tochter des Online-Versandhauses Amazon.

Diverse namenhafte Dienste wir Dropbox, Netflix oder auch Reddit greifen auf die Server des US-amerikanischen Unternehmens zurück. 

Da Amazon immer wieder datenschutzrechtlicher Kritik vor Allem auch aus Deutschland ausgesetzt war, betreibt das Unternehmen mittlerweile auch in Deutschland mehrere Rechenzentren.

So lagern die Daten der Anwender auf Servern im Inland, jedoch in Besitz eines US-amerikanischen Unternehmens. 

Die Amazon Cloud versteht sich eher als Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Zwar nutzen einige Anbieter die Cloud für ihre ERP-Lösungen, wenngleich die Bedeutung an dieser Stelle gesamtwirtschaftlich eher gering zu sein scheint. 

Microsoft Azure

Seit 2010 hat auch Microsoft seine eigene Cloud-Plattform. Neben Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) setzt Microsoft auch auf Software-as-a-Service.

Mit diversen Softwareanwendungen, allen voran mit Microsoft Dynamics 365 offeriert der US-amerikanische Konzert seine eigene ERP-Cloud-Lösung.

Als US-amerikanisches Unternehmen ist auch Microsoft dem USA Patriot Act unterworfen. Dieser garantiert der US-Regierung Zugriff auf alle Daten, auch wenn die Server im Ausland betrieben werden. Gleichsam wird festgestellt, dass die Microsoft-Cloud mit den EU-Datenschutzrichtlinien konform sei. 

Zahlreiche Softwarehäuser bieten Ihre Lösungen über die Microsoft-Cloud an. Oftmals als Microsoft-Partner agierend, entwickeln Sie die Dynamics-Lösung weiter und passen diese für bestimmte Branchen an. 

Google Cloud Platform

Auch Google betreibt seine eigene Cloud. Ein großer Teil dieser wird von Google selbst genutzt, etwa für Google Search oder YouTube. Ebenfalls nutzen einige ERP-Anbieter die Google-Cloud für Ihre Lösungen, wenngleich dieses Feld eher überschaubar ist. 

IBM Cloud Computing

Das IT-Unternehmen IBM unterhält ebenfalls eine eigene Cloud, in der eine Reihe von Cloud-Computing-Diensten angeboten werden. Viele Unternehmen wie Oracle, Salesforce oder auch SugarCRM nutzen die Cloud vor Allem für Hybrid-Lösungen.

Hier lassen sich die Lösungen teilweise in die Cloud integrieren. 

SAP HANA

Auch das deutsche Unternehmen SAP unterhält mit SAP HANA (High-Performance-Analytic-Applicance) eine eigene Entwicklungs- und Integrationsplattform.

Die SAP HANA Enterprise Cloud bietet seit 2014 die Möglichkeit Unternehmensanwendungen wie ERP-Systeme, CRM-Software oder BI in der Cloud zu nutzen. 

Selbstverständlich bietet SAP auch seine eigenen Lösungen über die Cloud an. Mit vielen Vertragspartnern, die die SAP-Lösungen weiterentwickeln und auf bestimmte Branchen ausrichten, finden sich in der SAP-Cloud zahlreiche verschiedene ERP-Software-Lösungen, auch als hybrid-Modell. 

Weitere Cloud-Anbieter

Am Markt tummeln sich viele weitere Cloud-Anbieter. So unterhalten auch Salesforce, Oracle, Alibaba, Dell oder HP eigene Cloud-Plattformen. Der Markt ist riesig und mit enormen Wachstumsraten versehen.

Auf der Suche nach einer passenden ERP-Software für Ihr Unternehmen gilt es auch einen Blick auf die zu Grunde liegende Cloud und deren Betreiber zu werfen. 

Fazit: Alle Wege führen in die Cloud

Wer sich für eine ERP-Lösung aus der Cloud entscheidet, sollte sich auch mit dem jeweiligen Betreiber der Cloud auseinandersetzen. Hier können sich durchaus gesetzliche Hürden in den Weg stellen.

Insbesondere der US-Patriot-Act macht es europäischen Unternehmen schwierig die Sicherheit der Daten nach europäischen Recht zu gewährleisten. 

Zunehmend gibt es auch Cloud-Anbieter mit Rechenzentren in Europa, die somit für europäische Firmen durchaus attraktiver sein können.

Nicht zu Letzt das Vorhaben der EU eine eigene Cloud namens Gaya auf den Weg zu bringen, zeugt von dem zukünftigen Potential.  

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