ERP-Systeme in der Produktion – Von Erfolg und Misserfolg

ERP-Systeme in der Produktion – Von Erfolg und Misserfolg

ERP-Systeme können gerade in der Produktion massiv dabei helfen, diese zu optimieren. Doch können sie auch Probleme verursachen.

Ob Multiressourcenplanung, Feinplanung für kurzfristige manuelle Anpassungen, Rezepturverwaltung, Produktionsprogrammplanung um langfristige Bedarfe im Blick zu behalten oder Visualisierung komplexer Abhängigkeiten, ERP-Systeme warten mit ihren Produktionsmodulen mit einer ganzen Palette an Funktionen auf. Durch die Verbindung mit anderen Modulen wird es dann erst richtig spannend. Neben der Optimierung der Produktion selbst, wird dann auch eine bessere Logistik, ein gezielterer Einkauf und ein gesteigerter Vertrieb erreicht. So zumindest die Theorie. Gerade in der Produktion sind ERP-System oftmals deutlich komplexer und übernehmen wichtige Aufgaben, ohne die ein Unternehmen schlichtweg nicht existieren könnte. 

Probleme mit der ERP-Einführung

Der Schmierstoffhersteller Liqui Moly aus Ulm hat Berichten zu folge gerade massive Probleme mit der Umstellung auf ein ganzheitliches ERP-System. Zuvor arbeitete das Unternehmen jahrelang mit eigen konzipierten und auf das Unternehmen angepassten Softwareanwendungen, die jedoch mittlerweile einfach nicht mehr ausreichten. So entschied man sich für die Einführung eines Standard-ERPs mit dem Einkauf, Produktion und Versand, inklusive Rechnungsstellung abgedeckt werden sollten. Doch seit der Einführung am Anfang des Jahres bereite das System nur Probleme, trotz der massiven Unterstützung durch renommierte Softwarelieferanten. Man könne derzeit nicht auf dem gewohnten Level produzieren, was zu Frustration der Kunden führe, so Geschäftsführer Ernst Prost. (vgl. swp.de vom 11.07.2019) Der Umsatz des Unternehmens geht derzeit zwar nur leicht, um 0,8% zurück, doch macht sich die Umstellung mehr als bemerkbar. Man wolle nun die Lehren aus dem IT-Debakel ziehen und hoffe die Probleme bis Jahresende in den Griff bekommen zu haben. 

Gelungene ERP-Einführung bei Plettenberg

Bei der Werkzeugtechnik Plettenberg GmbH & Co. KG profitiert man indes von der kürzlichen ERP-Erweiterung. Zugegen im Falle Liqui Moly handelte es sich um eine Gesamtumstellung, während bei Plettenberg das vorhandene System erweitert wurde, dennoch lohnt es sich die Fälle gegenüber zu stellen. Denn auch hier wurden die Prozesse wesentlich verändert. Durch eine bidirektionale Schnittstelle zwischen ERP-System und dem Manufacturing-Execution-System (MES) konnte die Effizienz in der Auftragsplanung massiv gesteigert werden und der tägliche Planungsaufwand wurde deutlich gesenkt. (vgl. Paula Hansen auf it-zoom.de vom 28.06.2019) An dieser Stelle zeigt sich, warum ERP-Systeme so interessant gerade für die Produktion sind. Und die Möglichkeiten in der Produktion gehen noch viel weiter.

Innovation begrenzen

Mit noch viel weiter, meinen wir wirklich noch viel weiter, denn durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen sind die Möglichkeiten zukünftig nahezu unbegrenzt. Genau darum ging es auch auf dem VDI-Automationskongress in Baden-Baden vom 02. – 03. Juli 2019. Prof. Dr.-Ing. Alexander Fay gab hier zu bedenken, man müsse zwischen hochautomatisiert und autonom unterscheiden. Autonome Maschinen hätten tatsächlich das Potential eine autonome Wandlungsfähigkeit der Fabriken zu erreichen. Ein System braucht zum Lernen Freiräume, jedoch auch Leitplanken, bzw. Grenzen, damit es die gesetzten Ziele nicht verlässt. Dr. Eckhard Roos, Leiter Industry Segment Management Process Industries bei Festo meint, dass die Grenzen an dieser Stelle recht simple zu setzen sein. Man verspreche sich von der Autonomie eine Optimierung von Qualität, Zeit und Ressourcen, aber auch kürzere Innovationszyklen. Diese lassen sich gut monetär überprüfen. (vgl. EAS-MAG-Redaktion auf de.eas-mag.digital vom 11.07.2019)

Arbeite ein System unwirtschaftlich, müsse man also die Konsequenz ziehen. Es wird auch weiterhin viel Bewegung im Bereich Produktion hinsichtlich neuer innovativer Software und Technologien geben. Unternehmen tuen daher gut daran, sich optimal für die Zukunft aufzustellen, ehe sie nur noch zuschauen können, wie die Konkurrenz an ihnen vorbeizieht. Dass dabei nicht immer alles reibungslos läuft, zeigt das Beispiel Liqui Moly derzeit. Dennoch ergibt es auch für sie durchaus Sinn, sich auch weiterhin stetig zu modernisieren. 

12 Juli 2019

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