Was kostet ein Brötchen? – Teil 2

Was kostet ein Brötchen? – Teil 2

Um den Preis eines Produktes bestimmen zu können, müssen viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden.

Im ersten Teil des Artikels haben wir bereits die verschiedenen Methoden zur Preisberechnung erläutert und im Zuge dessen, auf die wesentlichsten Vor- und Nachteile jeder einzelnen Berechnungsmethode geblickt. Nun wollen wir an Hand einer beispielhaften Rechnung aufzeigen, wie die verschiedenen Methoden, verschiedene Ergebnisse produzieren. 

In dem nachfolgenden Beispiel sind wurde die (konventionelle) Prozesskostenrechnung mit der Kalkulation über Verrechnungssätze zusammen betrachtet. Da beide ein identisches Verhalten ausweisen, bietet sich die der Übersichtlichkeit halber an. Betrachtet wurden jeweils zwei Artikel, die auf derselben Anlage produziert werden. Zum einen ein klassisches Kaiserbrötchen und zum anderen ein Dinkelbrötchen. Diese beiden Produkte unterscheiden sich hinsichtlich der Material- wie auch der Fertigungskosten voneinander. So ist beispielsweise beim Dinkelbrötchen mehr Handarbeit gegenüber dem Kaiserbrötchen nötig und die Anlage kann nur mit niedriger Leistung gefahren werden.

Beispiel Zuschlagskalkulation:

Bei der Zuschlagskalkulation wird ein allgemeiner Zuschlag von 3% auf das Dinkelbrötchen geschlagen, was jedoch mit den höheren Material-Einzelkosten einen ungerechtfertigt hohen Material-Gemeinkosten-Zuschlag erhält. 
Bei der Zuschlagskalkulation werden für das Kaiserbrötchen Herstellungskosten von 5,63 Ct/Stk errechnet. Da die Einzelkosten relativ gering sind, so fallen auch die prozentualen Zuschlagkosten relativ gering aus. Für die Material-Gemeinkosten werden hier beispielsweise nur 0,07 Ct/Stk veranschlagt. Beim Dinkelbrötchen fallen die Einzelkosten wesentlich höher aus, was sich dann wiederum auf die Material-Gemeinkosten niederschlägt. Diese werden mit 0,21 Ct/Stk angegeben. Somit ergeben sich für das Kaiserbrötchen Herstellungskosten von 5,63 Ct/Stk und für das Dinkelbrötchen 14,25 Ct/Stk. 
Zuschlagsatzkalkulation

Beispiel zur Kalkulation über Verrechnungssätze:

Hier werden im Unterschied zur Zuschlagskalkulation die Artikel unabhängig von ihren Einzelkosten behandelt und erhalten den gleichen Gemeinkosten-Anteil. (siehe Tab.2) Betrachtet man nun im Zuge dessen die Kalkulation über Verrechnungssätze, steigen die Herstellungskosten für das Kaiserbrötchen um 0,59 auf 6,22 Ct/Stk, während die für das Dinkelbrötchen gleichsam um 0,53 auf 13,72 Ct/Stk sinken.

Beispiel erweiterte Prozesskostenrechnung:

Bei der Prozesskostenrechnung wir bei Änderung der Herstellmenge der Verrechnungssatz angepasst. So wird den Artikeln ein relativ niedriger Gemeinkosten-Anteil angerechnet. Es greift der Effekt der Fixkostendegression und der Artikel kann günstiger produziert werden. 


    

Fazit: 

Als größte Schwäche der Zuschlagskalkulation kann deren Abhängigkeit von den ihr zu Grunde liegenden Einzelkosten, angesehen werden. Diese Schwäche wird von der Kalkulation über Verrechnungssätze umgangen, jedoch muss hier bei einer Anpassung der Herstellungsmenge neu berechnet werden. Um dies zu umgehen, gibt es die Prozesskostenrechnung mit integrierter Mengenrechnung. Durch die strikte Trennung der fixen und variablen Kosten sowie der integrierten Kostenersatzermittlung, werden die Kostensätze automatisch angepasst. Welche Methode nun die beste ist, bleibt offen, denn das lässt sich nur individuell beantworten.

Generell lässt sich jedoch festhalten, dass je gleichartiger und schlanker das Produktionsprogramm, desto eher reicht es aus mit einer einfachen Zuschlagsrechnung zu arbeiten. Andernfalls zahlt sich bei heterogener Produktion, eine Investition in ein Produktionskostenberechnungssystem durchaus aus. Will man die Produktionskosten optimieren und nicht bloß Kalkulationen anstellen, kommt man an einer Prozesskostenrechnung ohnehin nicht vorbei. 

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