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ERP-Software für die Textilindustrie

Wie Unternehmen der Branche mittels ERP-Software Prozesse nachhaltiger gestalten und ihr Image so aufbessern können, lesen Sie hier.

Am 24. April 2013 stürzte das Rana Plaza in Bangladesch, in welchem mehrere Textilfirmen sowie einige Geschäfte und eine Bank untergebracht waren, ein.

Die Tragödie forderte insgesamt 1135 Menschenleben und ist bis dato der schwerste Fabrikunfall des Landes.

Doch Vorfälle wie dieser sind leider kein Einzelfall. Zwar mag es sich um ein beispielloses Ausmaß handeln, doch nach wie vor kommt es in Niedriglohnländern zu tragischen Zwischenfällen.

Nicht selten stehen diese in direktem Zusammenhang mit hiesigen Firmen, die textile Produkte kostengünstiger im Ausland fertigen lassen. Wo nun Handlungsbedarf besteht und wie eine ERP-Software Abhilfe schaffen kann, erfahren Sie im Folgenden. 

Inhaltsverzeichnis

ERP-Software: Eine Definition

Die drei Buchstaben „ERP“ sind eine Abkürzung für das Enterprise Resource Planning. Zu Deutsch spricht man in diesem Zusammenhang von der Geschäftsressourcenplanung.

Hierbei handelt es sich um eine zentrale unternehmerische Aufgabe, derer sich Unternehmen aller Art annehmen müssen. Konkret geht es darum, alle geschäftsrelevanten Ressourcen wie 

  • Betriebsmittel 
  • Boden 
  • Energie 
  • Rohstoffe 
  • Personal 
  • (Arbeits-)Zeit 

Im Unternehmen zur richtigen Zeit an richtiger Stelle in benötigter Qualität und Quantität zur Verfügung zu stellen. Abhängig von internen Strukturen bedarf es dazu einer Vielzahl teils komplexer Geschäftsprozesse. 

Funktion einer ERP-Software

An dieser Stelle kommt ERP-Software ins Spiel. Sie ermöglicht es Unternehmen, den Überblick über all diese Prozesse zu behalten. Sämtliche Prozesse lassen sich softwareseitig abbilden und dann innerhalb des Systems 

  • Verwalten 
  • Steuern 
  • Verschlanken 
  • Optimieren 
  • Automatisieren 

Auf diese Weise entsteht eine Art digitales Abbild des gesamten Unternehmen mit all seinen Prozessen. 

Vorteile einer ERP-Software

Dies bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich. 

Verbesserte Kollaboration

Die zentrale Ausrichtung einer ERP-Software ermöglicht beispielsweise prozessübergreifende Transparenz, da alle Mitarbeiter in allen Abteilungen mit demselben System bzw. denselben, korrekten Daten arbeiten.

Dies verbessert auch die geschäftsbereichübergreifende Zusammenarbeit, sodass ERP-Software auch als leistungsstarkes Kollaborationstool fungiert. 

Reduzierte Kosten

Die Optimierung bestehender Prozesse führt durch die Ressourceneinsparung zudem zu nennenswerten Kosteneinsparungen.

Vorhandene Ressourcen lassen sich an anderer Stelle zielführender einbringen, sodass Unternehmen durch den Einsatz einer adäquaten ERP-Software ein ökonomischer Vorteil entsteht. 

Aussagekräftige Analysen

Innerhalb des ERP-Systems sind alle relevanten Daten vorhanden, derer es zur Durchführung aussagekräftiger Analysen bedarf. Aus diesem Grund fungiert ERP-Software mittlerweile immer häufiger auch als leistungsstarkes Analysetool.

Die Auswertungen können dann von Entscheidungsträgern als Grundlage für strategische Entscheidungen genutzt werden. 

Zufriedenere Kunden

Letztlich profitieren von der unternehmensinternen Prozessoptimierung auch die Kunden. Sie müssen beispielsweise kürzere Wartezeiten in Kauf nehmen oder erhalten besser auf ihre individuellen Bedürfnisse angepasste Produkte und Dienstleistungen. 

ERP-Software für eine nachhaltigere Textilindustrie

Damit das volle Potenzial einer ERP-Software ausgeschöpft werden kann und sich somit auch die potenziellen Vorteile einstellen, sollte das System auf die jeweiligen Rahmenbedingungen im Unternehmen ausgerichtet sein. 

Ein wichtiges Kriterium ist die branchenspezifische Ausrichtung einer ERP-Software.

Im Bereich der Textilindustrie handelt es sich hier allgemein gesprochen um ERP-Software für die diskrete Produktion, die es Textilunternehmen ermöglicht, besonders wirtschaftlich zu produzieren. 

Doch wie steht es um die Nachhaltigkeit in der Textilindustrie? Letztlich handelt es sich hierbei um eine Branche, die immer wieder von Skandalen und folgenschweren Zwischenfällen geprägt wird. 

Ausbaubedarf in puncto Nachhaltigkeit

Aus ökologischer Sicht sind es in der Textilindustrie vor allem der Anbau bzw. die Produktion von Rohfasern sowie die Textilveredelung, die der Umwelt zu schaffen machen.

In Bezug auf soziale Nachhaltigkeit sind es die häufig prekären Verhältnisse in Produktionsstätten und Sweat Shops. 

Bündnis für nachhaltige Textilien

2014 fanden sich ca. 120 Akteure zum Bündnis für nachhaltige Textilien; kurz Textilbündnis; zusammen.

Darunter befinden sich nicht nur Unternehmen, sondern auch NGOs, Verbände, Gewerkschaften, Standardorganisationen sowie die deutsche Bundesregierung.

Ziel des Bündnisses ist die Durchsetzung gemeinsamer Verbesserungen entlang globaler Wertschöpfungsketten in der Textilindustrie. 

Jedes Mitglied hat sich beim Eintritt dazu verpflichtet, jährlich eine Roadmap mit konkreten Schritten für nachhaltigere, interne Prozesse vorzulegen. 

Doch wie gelingt es Unternehmen dieser Branche, kontinuierlich bestehende Prozesse in Hinblick auf eine möglichst nachhaltige Gestaltung zu überdenken? 

ERP-Funktionen für die Textilindustrie

Grundsätzlich gesprochen profitieren Unternehmen der Textilindustrie von den folgenden ERP-Funktionen: 

  • PDM (Produktdatenmanagement )
  • Fertigung 
  • Filialmanagement 
  • PLM (Product Lifecycle Management) 
  • Beschaffung 
  • Vertrieb 

ERP-Funktionen und -Module für eine nachhaltige Textilindustrie

Doch um Prozesse nachhaltiger gestalten zu können, bedarf es nicht nur dieser grundlegenden Funktionen. Wer seine Prozesse vor allem in Hinblick auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit stetig optimieren möchte, sollte auch in diesem Bereich auf spezialisierte, softwareseitige Unterstützung setzen. 

CSR-Modul

Innerhalb einer ERP-Software lässt sich dies beispielsweise durch die Nutzung eines CSR-Moduls realisieren, welcher Unternehmen bei der proaktiven Einhaltung geltender Standards unterstützt. 

Da bis dato vor allem auch Anbau und Produktion ein großes Problem darstellen, können Unternehmen ferner gezielt in diesen Geschäftsbereichen ansetzen. 

Recycling in der Produktion

In Bezug auf die Produktion ist dies beispielsweise durch einen vermehrten Einsatz von Recycling-Techniken möglich. Innovative Produkte wie recyclingfähige Textilien werden in Zukunft vermutlich zunehmend an Relevanz gewinnen. 

Forschung und Entwicklung

Sofern Unternehmen intern über entsprechende Forschungs- und Entwicklungskapazitäten verfügen, empfiehlt sich der Einsatz eines entsprechenden ERP-Moduls, um den Fortschritt in diesem Bereich voranzutreiben und sich als Unternehmen simultan als Branchenvorreiter zu etablieren. 

Nachhaltige Textilveredelung

In Bezug auf die Textilveredelung stehen Unternehmen vor der Herausforderung, Ressourcen wie Wasser oder Energie einzusparen.

Nach wie vor handelt es sich hierbei um einen Prozess, der sehr viele Ressourcen in Anspruch nimmt.

Eine geeignete ERP-Software kann Unternehmen dabei unterstützen, eine Kreislaufführung von gereinigtem Prozesswasser zu steuern oder verfügbare Abwärme gezielt zu nutzen. 

Gesellschaftliches Umdenken

Letztlich sind jedoch all diese Ansätze nur realisierbar, wenn ein grundsätzliches Umdenken stattfindet und die Notwendigkeit der Prozessumgestaltung erkannt wird. 

Fazit: Wie ERP-Software Prozesse nachhaltiger gestaltet

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass in der Textilbranche nach wie vor ein großer Handlungsbedarf besteht. 

Um Prozesse kontinuierlich nachhaltiger zu gestalten, bedarf es zunächst einem fundamentalen Umdenken.

Dies muss nicht nur auf unternehmerische Seite stattfinden. Auch die Gesellschaft bzw. der Endverbraucher steht in der Verantwortung. 

Haben Unternehmen jedoch den Stellenwert nachhaltiger Prozesse erkannt; auch, um weiterhin den sich wandelnden Kundenerwartungen gerecht zu werden; kann eine geeignete ERP-Software sie bei der nachhaltigeren Gestaltung bestehender Prozesse maßgeblich unterstützen. 

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